Peptid Immuntherapie Katzenallergie Katzenallergiker

Prof. Dr. Margitta Worm, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin zur Peptid Immuntherapie!

Peptid Immuntherapie: Ein Lichtblick am Horizont für Katzenallergiker?

Neue Konzepte um die Allergen Immuntherapie (AIT) sicherer und effizienter für die Patienten zu gestalten, stehen im Zentrum vieler Forschungsaktivitäten. Eine mögliche Option könnte die Peptid Immuntherapie sein, die auf Synthetic Peptide Immuno-Eegulatory Epitopes (SPIREs) basiert. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. Margitta Worm, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin über das Potenzial und mögliche Vorteile der Peptid Immuntherapie, u.a. für Katzenallergiker.

Frau Prof. Worm, was versteht man unter einer „Peptid Immuntherapie“?

Bei der klassischen Allergen Immuntherapie wird mit Allergenextrakten behandelt, die direkt aus den Allergenquellen hergestellt werden, z.B. Pollen.

Die Peptid Immuntherapie basiert auf dem Prinzip, bei der Therapie nur diejenigen Abschnitte des Allergens, d.h. des Proteins bzw. Eiweißes einzusetzen, die das Immunsystem nachweislich ansprechen. Diese kleinen Protein- oder Eiweißbruchstücke nennt man Peptide.   

Man muss sich ein Allergen vorstellen wie ein Wollknäuel, z.B. das Hauptallergen der Katze Fel d 1. Die Allergiesymptome werden aber nicht von dem gesamten Wollknäuel hervorgerufen, sondern nur von bestimmten Fadenabschnitten, die das Immunsystem stimulieren. Die Fadenabschnitte entsprechen den Peptiden und schneidet man sie heraus, hat man die symptomrelevanten Komponenten isoliert.

Ein herkömmliches Therapieallergenextrakt würde in diesem Beispiel 10 Wollknäulen entsprechen, denn im Gesamtextrakt, das aus natürlichen Stoffen, z.B. Pollen gewonnen wird, sind immer auch Eiweiße enthalten, auf die das Immunsystem des Patienten gar nicht sensibilisiert ist. Demgegenüber bietet die Peptid Immuntherapie den Vorteil einer spezifisch auf das Allergenprofil des Patienten ausgerichteten Therapie.

Was macht die Peptid Immuntherapie besser verträglich?

Eine häufige Nebenwirkung der traditionellen Allergen Immuntherapie sind lokale Schwellungen. In seltenen Fällen können auch systemische allergische Reaktionen auftreten. Die Peptide können die Allergie-Antikörper (IgE)  nicht  vernetzen, so dass weniger systemische Reaktionen möglich wären. Es ist deshalb anzunehmen, dass die Verträglichkeit der Peptid Immuntherapie günstiger ist als bei der klassischen AIT.

Die Allergen Immuntherapie gegen das Katzenallergen ist nicht unumstritten und gilt tendenziell als risikoreicher, als anderer Immuntherapien…

In der Tat ist die Immuntherapie mit Katzenallergenextrakten ein besonderer Fall, weil hier die Nebenwirkungsrate höher liegt, als bei anderen Allergen Immuntherapien. Das liegt daran, dass

1. der Anteil von Asthmatikern unter den Katzenallergikern sehr hoch ist und

2. Patienten,  die mit Katzen leben, den  Allergenen permanent ausgesetzt sind.

So wird das Immunsystem permanent stimuliert und wenn dann die Immuntherapie hinzukommt, erhöht sich die Bereitschaft des Patienten für allergische Reaktionen.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.