Hausstaubmilbenallergie – allergische Rhinitis – Asthma?

Asthma und Hausstaubmilbenallergie

prof dr johann christian virchow leiter des zentrums fuer innere medizin abteilung fuer pneumologie universitaetsmedizin der universitaet rostockProf. Dr. Johann Christian Virchow, Direktor der Abteilungen für Pneumologie und Interdisziplinäre Internistische Intensivmedizin am Zentrum für Innere Medizin der Universitätsmedizin RostockBei vielen Patienten, die Asthma entwickeln, findet man eine Sensibilisierung auf Hausstaubmilbenallergene, insbesondere bei Kindern. Es gibt Vermutungen, dass die Sensibilisierung auf Hausstaubmilbenallergene der Schlüssel zur Entwicklung eines Asthmas ist. „Oft kommt zuerst die Hausstaubmilbenallergie und dann das Asthma“ erklärte Prof. Dr. Johann Christian Virchow, Direktor der Abteilungen für Pneumologie und Interdisziplinäre Internistische Intensivmedizin am Zentrum für Innere Medizin der Universitätsmedizin Rostock, „über 50 Prozent der Kinder mit Asthma haben eine Hausstaubmilbensensibilisierung!“  Es stellt sich also die Frage, ob es Möglichkeiten gibt, diesen „Etagenwechsel“ zu verhindern.

Kann man Asthma mit der SIT verhindern?

Bisher lag der Fokus der Asthmatherapie auf der Weitung der Atemwege. Der Ansatz, eine Atemwegsobstruktion von vornherein zu verhindern, wurde nicht in gleichem Maße verfolgt.

Durch Studien, die eigentlich zur Behandlung von Patienten mit allergischer Rhinitis mit der spezifischen Immuntherapie (SIT) durchgeführt wurden, konnte man jedoch in der Vergangenheit auch Erkenntnisse zu Asthma gewinnen. Dazu hat man mittels retrospektiver Subgruppenanalysen diejenigen Studienteilnehmer betrachtet, die zusätzlich zur allergischen Rhinitis auch ein allergisches Asthma hatten. So hat sich gezeigt, dass sich bei diesen Patienten durch die SIT auch die Asthmasymptome und der Medikamentenverbrauch um 30 Prozent reduzierten, bei gleichzeitiger Steigerung der Lebensqualität. In Expertenkreisen wurde daraufhin zunehmend diskutiert, inwieweit die spezifische Immuntherapie als präventiver Ansatz in der Therapie des allergischen Asthmas in Frage kommt. Schließlich ist in der Asthma Leitlinie „to minimize future risk“, d.h. die Vermeidung zukünftiger Risiken, ein dezidiertes Ziel der Asthma-Therapie.

Studie zum Einfluss der SLIT-Tablette auf Asthma-Exazerbationen zeigt Wirksamkeit

Die Frage, inwieweit sich bei bestehendem Asthma der Exazerbationen bzw. der Medikamentenverbrauch durch eine spezifische Immuntherapie reduzieren lässt, wurde nun in einer aktuellen Studie konkret untersucht. Dafür hat man die reguläre Steroiddosis (Kortison) der Studienteilnehmer nach einer sieben bis zwölfmonatigen Behandlung mit einer sublingualen Immuntherapie (SLIT) um 50 bzw. 100 Prozent reduziert. Die auftretenden Symptome hielten die Studienteilnehmer in einem Symptomtagebuch fest. Das Ergebnis: Die Exazerbationshäufigkeit während der Kortisonreduktionsphase war bei der SLIT-Tabletten-Gruppe deutlich niedriger, als bei der Placebo-Gruppe, die SLIT-Tablette konnte also die Reduktion des Kortisons kompensieren. Im Rahmen der Studie kam es bei einigen Studienteilnehmern zu überwiegend leichten, dosisabhängigen Nebenwirkungen. „Damit sind die Ergebnisse der Studie „in line“ mit den Erkenntnissen aus retrospektiven Untersuchungen“ betonte Prof. Virchow.

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