Hausstaubmilbenallergie – allergische Rhinitis – Asthma?

Die Dunkelziffer ist bei der Hausstaubmilbenallergie hoch! Anders als beim Heuschnupfen sind die Patienten mit den Hausstaubmilbenallergenen das ganze Jahr über konfrontiert. Die Folge: Viele gewöhnen sich an ihre Symptome – die ständig verstopfte Nase nehmen sie gar nicht mehr wahr! Laufende Nase, verstopfte Nase, Nasenjucken, Niesreiz  - die Symptome einer allergischen Rhinitis durch Hausstaubmilbenallergie gleichen der eines „normalen Schnupfens“. Die Gefahr dabei: Hausstaubmilbenallergiker empfinden sich nicht als krank, behandeln ihre Symptome nicht und legen so ungewollt den Grundstein für weitere allergische Erkrankungen, wie z.B. allergisches Asthma. Im Rahmen des 10. Deutschen Allergiekongresses in Köln war die Gefährdung der Patienten durch unbehandelte Allergien ein wichtiges Thema.

Eine „Hausstaubmilbenallergie“ wird oft nicht erkannt  

Bei einer Studie in Belgien hat sich gezeigt, dass fast 3 von 10 Erwachsenen eine Sensibilisierung gegen Hausstaubmilbenallergene aufwiesen. Bei 2 von 10 Erwachsenen bestand zusätzlich zur Sensibilisierung auch eine klinische Symptomatik, d.h. die Hausstaubmilbenallergie bestand bereits. Die Tatsache, dass Menschen an einer Hausstaubmilbenallergie leiden, ohne dass dies bekannt ist, könnte ein Hinweis darauf sein, dass zurzeit eine adäquate Diagnostik noch nicht flächendeckend gegeben ist, was auch eine adäquate Therapie erschwert.

Die SLIT-Tablette gegen Hausstaubmilben – eine interessante Therapieoption für Hausstaubmilbenallergiker

Die ursächliche Behandlung der Allergie gegen Hausstaubmilben ist aktuell nur mit der spezifischen Immuntherapie möglich. Damit wird das Immunsystem durch die wiederholte Konfrontation mit dem Allergen „desensibilisiert“. Möglich ist die spezifische Immuntherapie mittels Spritze (SICT). Es gibt aber auch die Möglichkeit, eine spezifische Immuntherapie gegen Hausstaubmilben mit Tabletten durchzuführen, die unter die Zunge gelegt werden. Für den Patienten hat das den Vorteil, dass er nicht wie bei der SLIT, regelmäßig in die Arztpraxis kommen muss.

Eine Studie an Hausstaubmilbenallergie-Patienten mit mittleren bis schweren Rhinitis-Symptomen konnte zeigen, dass die Hausstaubmilben-Therapie mittels Tablette bei den Studienteilnehmern zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome gegenüber Placebo führte, was in regelmäßigen Pollenkammer-Sitzungen überprüft wurde. Auch der Medikationsscore konnte bei den Studienteilnehmern optimiert werden, d.h. die Patienten benötigten weniger Medikamente und geringere Dosierungen.

Darüber hinaus konnte in der Studie auch ein positiver Einfluss SLIT-Tablette gegen Hausstaubmilben auf die Lebensqualität gezeigt werden. Auswirkungen der Allergie auf die Lebensqualität, wie z.B. Schlafstörungen, Beeinträchtigung der Freizeitaktivitäten, Auswirkungen auf sportliche Leistungen etc. verbesserten sich bei den Studienteilnehmer unter der SLIT-Tablette deutlich.

Nebenwirkungen bei der SLIT-Tablette gegen Hausstaubmilbenallergie

Bei der Konfrontation mit dem Hausstaubmilbenallergen kann es zu Nebenwirkungen kommen, die überwiegend lokal sind, möglich ist z.B. ein Schwellungsgefühl unter der Zunge. Zu schweren anaphylaktischen Reaktionen kam es im Rahmen der Studie nicht. Im Verlauf der Hyposensibilisierung nehmen die Beschwerden ab.

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