Allergische bronchopulmonale Aspergillose ABPA Schimmelpilz Asthma

Dr. Marcus Joest, Allergologisch-immunologisches Labor, Malteser Lungen- und Allergiezentrum Bonn

Allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA): Was bedeutet das?

Sind entsprechende Testextrakte verfügbar?

Beim Allergietest muss auf Aspergillus fumigatus getestet werden, die hierfür besonders gut geeignete Intrakutantest-Lösung wird seit kurzem von den meisten Herstellern nicht mehr angeboten, so dass in diesen Fällen dann ein Pricktest angezeigt ist. Antikörper gegen diesen Pilz können mit speziellen Labortests nachgewiesen werden.

Besteht bei der allergischen bronchopulmonale Aspergillose (ABPA) eine Verwechslungsgefahr mit anderen Erkrankungen?

Durch die genannten Diagnosekriterien sowie spezielle Laborparameter, z.B. rekombinant hergestellte Antikörper gegen einige Aspergillus-Untereinheiten, ist heute eine Abgrenzung gegen ähnlich verlaufende Krankheiten, wie z.B. ein Schimmelpilz-Asthma, möglich.

Welche therapeutischen Möglichkeiten gibt es bei der allergischen bronchopulmonalen Aspergillose (ABPA)?

Die Therapie der ersten Wahl ist die Gabe von oralen Kortisonpräparaten in ausreichend hoher Dosierung zu Beginn und Ausschleichen im Verlauf. Die Therapiedauer liegt meist bei vielen Wochen bzw. Monaten.

Zum Schutz vor Osteoporose sollte parallel zum Kortison Vitamin D eingenommen werden, was wahrscheinlich zusätzlich positive Effekte auf die ABPA hat.

Sollte die Kortisontherapie unzureichend ansprechen oder ein Ausschleichen nicht möglich sein, wird eine antimykotische Therapie, meist mit Itraconazol, empfohlen, die ebenfalls über  mindestens 16 Wochen durchgeführt werden sollte. In den seltenen Fällen, in denen Patienten auf keine dieser Therapien ausreichend gut ansprechen, kann der Anti-IgE Antikörper Omalizumab eingesetzt werden.

Herr Dr. Joest, herzlichen Dank für dieses Interview!

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.