Schimmelpilz Allergie

Dr. Petra Zieglmayer, Chief Scientific Officer, QB, Allergieambulatorium Wien West

Schimmelpilz Allergie: Wie kommt es dazu? Schimmelquellen? Therapie?

Sie erwähnten saisonale Höhepunkte bei den Schimmelpilzsporen …

Die vier erwähnten Schimmelpilzarten kann man grundsätzlich auch in Innenräumen das ganze Jahr über finden.

Insbesondere bei Alternaria alternata und Cladosporium herbarum kann man im Freien aber saisonale Höhepunkte messen. Deshalb kommt es bei Läufern mit Schimmelpilz Allergie auch oft zu Problemen, wenn sie nach einem Regenschauer durch den Wald laufen.

Die Belastung mit Schimmelpilzsporen muss allerdings eher hoch sein, damit eine allergologische Relevanz gegeben ist. Das bedeutet, daß Schimmelpilzsporen dosisabhängig allergische Reaktionen auslösen.

Hat das Risiko, einen Schimmelpilz Allergie zu entwickeln auch mit dem Ausmaß des Befalls zu tun? Würden z.B. ein „Bio-Mülleimer“ oder die angeschimmelte Erde in einem Blumentopf ausreichen, um Allergiesymptome hervorzurufen?

Wenn man Schimmelpilzsporen auf Lebensmitteln findet, z.B. auf Brot oder Obst, oder in der Blumenerde, heißt dies noch lange nicht, dass sich auch Schimmelpilzsporen in der Luft befinden. Bei Schimmel auf Nahrungsmitteln oder Erde handelt es sich nicht zwangsläufig um aerobiologisch relevanten Schimmel. Die Inhalationsbeschwerden von Schimmelpilz Allergikern werden von den Schimmelpilz Sporen in der Luft verursacht, nicht von Schimmelbefall an Lebensmitteln oder an Erde.  Diese Art Schimmel ist ausschließlich toxikologisch relevant. Ein Bio-Mülleimer ist deshalb für den Schimmelpilz Allergiker nicht relevant. Relevant sind die vier Schimmelpilzarten Alternaria alternata, Cladosporium herbarum, Penicilium notatum und Aspergillus fumigatus, die in unserer natürlichen Umgebung auch in der Atemluft vorkommen.

Wie kann man als Schimmelpilzallergiker den Schimmelpilz Kontakt vermeiden?

Beeinflussen kann der Patient nur den Schimmel, der in Innenräumen an den Wänden zu finden ist. Der Schimmel entsteht dort durch Feuchtigkeitseinschluss und mangelnde Luftzirkulation. Diesen Schimmel riecht man meist auch und wenn dies der Fall ist, gibt es eine massive Schimmelquelle, die man dringend aufspüren sollte.

Tatsächlich spielt bei der Schimmelpilz Allergie die Dosis eine Rolle, eine Besonderheit bei den Allergien. Geringe Sporenmengen in der Luft sind normalerweise auch für Schimmelpilz-sensibilisierte Patienten kein Problem. Bei der Allergie auf Schimmelpilz steht die Expositionsmenge in unmittelbarer Relation zum klinischen Beschwerdebild. Erst wenn eine gewisse Schimmelpilz-Konzentration in der Luft erreicht ist, werden Schimmelpilz-Allergiker reagieren. Zudem gibt es noch individuelle Toleranzunterschiede. Manche Patienten reagieren auf geringe Sporenmengen mit heftigen Symptomen, andere zeigen auch bei hohen Schimmelpilzsporenmengen in der Luft nur leichte Beschwerden.

Es heißt, dass Hausstaubmilben sich u.a. auch gerne von Schimmelpilzen ernähren. Besteht bei Patienten mit einer Schimmelpilz Allergie eher die Gefahr, auch eine Hausstaubmilbenallergie zu entwickeln?

Es sind die Vorratsmilben, die von Schimmelpilzen vorverdaute Partikel zu sich nehmen.  Diese haben aber nichts mit den Schimmelpilzsporen zu tun, die sich in der Luft befinden und bei sensibilisierten Menschen allergische Symptome auslösen.

Allerdings gehören Hausstaubmilben zu den primären Allergieauslösern und Schimmelpilzsporen zu den sekundären Allergieauslösern. Das bedeutet, dass man bei einem Schimmelpilzallergiker mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit eine bestehende Hausstaubmilbenallergie vorfindet. Dies steht jedoch nicht in einem Kausalzusammenhang, sondern liegt eher am Phänomen des allergischen Marsches.

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