Nasenspülung Heuschnupfen Hausstaubmilbenallergie

Dr. Maud-Bettina Hilka, HNO-Gemeinschaftspraxis Wiesbaden

Nasenspülungen? Wann sind sie sinnvoll? Wie macht man’s richtig?

Sie erwähnten die Rhinitis sicca, gibt es hier Zusammenhänge mit der allergischen Rhinitis?

Eigentlich ist die Rhinitis sicca, der trockene Schnupfen, ein anderes Krankheitsbild. Bei Patienten mit allergischer Rhinitis ist das Nasensekret üblicherweise feucht und die Patienten zeigen eine Schleimhautschwellung. Patienten, die mit einer langdauernden allergischen Rhinitis behaftet sind, leiden jedoch teilweise ebenfalls unter einer Krustenbildung in der Nase. Nasenspülungen lösen solche Verkrustungen wunderbar auf und die Viskosität lässt nach.

Wie führt man eine Nasenspülung richtig durch?

Es gibt viele Arten von Nasenduschen - sinnvoll ist eine Nasendusche mit einer Nasen-Olive. Zur Nasenspülung sollte man die Nasen-Olive in ein Nasenloch setzen und so verschließen, das andere Nasenloch sollte man zuhalten. Dann den Kopf ein wenig nach unten und zur offenen Nasenloch-Seite neigen und den Inhalt der Nasendusche ohne Druck in die Nase einlaufen lassen. Sobald das Wasser in der Nase angekommen ist, sollte man das zugehaltene Nasenloch freigeben und das Wasser fließen lassen.

Es ist entscheidend, dass man bei dieser Prozedur auf keinen Fall Druck erzeugt, sonst kann die Flüssigkeit an der falschen Stelle landen! Wenn man einen Widerstand bemerkt, liegt das möglicherweise an einer starken Verbiegung der Nasenscheidewand oder einer vermehrten Polypenbildung in der Nase. Würde man versuchen, dagegen zu arbeiten und diese Hindernisse mit einem zu starken Druck zu überwinden, könnte dies zu Verletzungen führen. In diesem Fall sollte man von Nasenspülungen besser Abstand nehmen.

Wie oft sollte man Nasenspülungen durchführen und zu welcher Tageszeit?

Einmal am Tag ist eine Nasenspülung sicherlich sinnvoll. Vorzugsweise sollte man sie am Abend durchführen. So lassen sich alle Pollen, reizende Partikel etc., die tagsüber aufgenommen werden, vor dem Schlafengehen entfernen und man kann nachts besser durchatmen.

Insbesondere für Allergiker sind abendliche Nasenspülungen empfehlenswert, weil die allergische Entzündung dann nicht so stark an der Schleimhaut wirken kann. Außerdem hat man abends in der Regel mehr Zeit.

Mehrfach täglich sollte man Nasenspülungen nicht durchführen, denn so würde man durch die Nasenschleimhaut zu sehr reizen und eher einen gegenteiligen Effekt erzielen.

Was sollte in der Spüllösung der Nasendusche sein?

Am besten eignen sich zur Nasenspülung spezielle Spüllösungen, die genau für diesen Zweck angeboten werden. Hier gibt es unterschiedliche Präparate, die aufgrund ihrer sehr guten Löslichkeit sehr gut für Nasenspülungen geeignet sind und die in lauwarmem Wasser aufgelöst werden sollten.

Auf keinen Fall sollte man in die Nasendusche normales Speisesalz oder Kamillentee füllen. Beim Speisesalz ist die Löslichkeit nicht optimal. Kamillentee hingegen hat zwar eine gewisse desinfizierende Wirkung, gleichzeitig ist die Kamille aber auch hochallergen und könnte die Nasenschleimhaut sehr stark irritieren und zu einer vermehrten Austrocknung führen. Damit würde man das Gegenteil dessen bewirken, was man mit einer Nasenspülung bewirken will, nämlich die Befeuchtung der Nasenschleimhäute.

Kann man sich mit Nasespülungen nicht anfreunden, empfehle ich Kochsalz-Sprühlösungen in Form von  Nasensprays, die man dann auch mehrmals täglich anwenden kann.

Frau Dr. Hilka, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.