Nasenspülung Heuschnupfen Hausstaubmilbenallergie

Dr. Maud-Bettina Hilka, HNO-Gemeinschaftspraxis Wiesbaden

Nasenspülungen? Wann sind sie sinnvoll? Wie macht man’s richtig?

Nasenspülungen gelten als „sanfte“ Heilmethode und sind eine preiswerte Therapieoption bei allergischer Rhinitis. Auf den ersten Blick erscheint es leicht, sie anzuwenden, aber der Teufel steckt im Detail, denn man kann bei Nasenspülungen auch einiges falsch machen! MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Maud-Bettina Hilka, HNO-Gemeinschaftspraxis Wiesbaden über die richtige Methode, eine Nasenspülung durchzuführen und darüber, wann das sinnvoll ist.

Frau Dr. Hilka, wann sind Nasenspülungen sinnvoll und wie wirken sie?  

Die Reinigung der Atemwege und das Prinzip der Nasenspülung sind uralte Verfahren, die historisch auf die indische Medizin zurückgehen. Schon vor über 1000 Jahren setzte man in Indien das in der hohlen Hand geschöpfte Wasser zur Reinigung der Nase ein.

Auch heute setzt man Nasenspülungen in vielen Bereichen ein. Einer dieser Bereiche ist die postoperative Nachsorge nach Eingriffen in den Nasennebenhöhlen. Auch bei der Rhinitis sicca, dem trockenen Schnupfen und bei der Virus-Rhinitis, der banalen Erkältung, werden Nasenspülungen verordnet. Bei der Rhinitis sicca bilden die entzündlich veränderten Schleimhäute zu wenig und entzündlich veränderte Sekrete, die dann verkrusten. Man konnte in Studien sehr gut nachweisen, dass die Reinigung durch eine Nasenspülung das getrocknete Sekret sehr schön aufweicht, so dass  es sich verflüssigt und ausgespült werden kann.

Insbesondere bei der entzündlichen Rhinitis sind Nasenspülungen ebenfalls wirkungsvoll. Sie reaktivieren die Aktivität des Flimmerepithels und zähes Sekret wird reduziert, verdünnt und ausgeschwemmt.

Ebenso empfehlen wir Patienten mit allergischer Rhinitis, Nasenspülungen durchzuführen. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich dadurch Symptome reduzieren lassen und der Verbrauch an Antiallergika zurückgeht.

Empfehlen Sie Nasenspülungen für alle Formen der allergischen Rhinitis?

Die Empfehlung gilt in erster Linie für die Pollenallergiker, denn die Pollen können relativ gut von den Schleimhäuten weggespült werden. Dadurch findet die Entzündungskaskade, die durch das Anhaften der Pollen auf der Schleimhaut in Gang gesetzt wird, nur in einem reduzierten Maße statt.

Bei Allergien gegen Hausstaubmilben, Schimmelpilze und Tierhaare kann man ebenfalls Nasenspülungen anwenden. Allergien auf Hausstaubmilben, Schimmelpilze und Tierhaar-Epithelien gehören allerdings zu den persistierenden Allergien. Deshalb müsste man die Nasenspülungen das ganze Jahr über durchführen.

Sind Nasenspülungen für alle Patienten geeignet?

Die Akzeptanz der Patienten für die Nasenspülung ist außerordentlich hoch, was sich sehr positiv auf die Patienten-Compliance auswirkt.  

Es gibt einen Trend zur alternativen Medizin und Patienten, die sich sanftere Therapiemethoden wünschen, sind von Nasenspülungen sehr angetan und führen die Nasenspülungen sehr konsequent durch. Zum einen, weil sie selbst etwas dazu beitragen können, ihre Beschwerden zu lindern und zum anderen, weil sie so die Einnahme von Medikamenten reduzieren oder gar vermeiden können.

Allerdings gibt es auch Menschen, die mit Nasenspülungen nicht zurechtkommen. Manche empfinden Wasser in der Nase grundsätzlich als unangenehm und tauchen z.B. auch nicht gerne. In diesen Fällen tun auch Kochsalz-Nasensprays gute Dienste.

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