App, Milbenallergiker

Prof. Karl-Christian Bergmann, Leiter der interdisziplinären allergologisch-pneumologische Ambulanz, Charité Berlin und Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin.

Hausstaubmilben Allergie: App bietet Infos, Tipps & Service für Milbenallergiker

Jeder 3. Heuschnupfen-Patient hat auch eine Milbenallergie! Deshalb hat die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) zusammen mit der Forschungsgruppe Aerobiologie und Polleninformation, Medizinische Universität Wien ein Online-Portal und eine App für Milbenallergiker entwickelt. Mit „MilbenCheck“ stehen nun erstmalig auch Milbenallergikern ein Portal und eine App zur Verfügung, die aktiv begleiten, die Diagnose erleichtern und einen klaren Überblick über die Beschwerden und den Therapieverlauf schaffen. Zusätzlich werden Informationen rund um das Thema Hausstaubmilben-Allergie angeboten. MeinAllergiePortal mit Prof. Karl-Christian Bergmann, Leiter der interdisziplinären allergologisch-pneumologische Ambulanz, Charité Berlin und Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin.

Herr Prof. Bergmann, was bietet die neue App „MilbenCheck“ den Patienten?

„MilbenCheck“ bietet mit einem Risikofragebogen, einem Tagebuch und einer Milbenbelastungslandkarte Unterstützung für Betroffene. Dies erleichtert die Entscheidung, Symptome beim allergologisch geschulten Facharzt abklären zu lassen. Zudem unterstützt die App Allergiker mit einer Erinnerung an den Arztbesuch und gibt Tipps und Infos rund um das Thema Milben. Das unterstützt die Betroffenen dabei, ihre Erkrankung im Griff zu haben und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Wie „funktioniert“ die MilbenCheck App?

Sowohl das Online-Portal als auch die Applikation besitzen eine einfache Menüführung und klar strukturierte Kapitel. Sie unterstützen den Anwender dabei, die Allergie im täglichen Leben, am Arbeitsplatz oder in der Schule zu dokumentieren und die Allergie so besser zu verstehen und damit umzugehen. Damit soll die App dabei helfen, eine mögliche Hausstaubmilbenallergie frühzeitig zu erkennen, abzuklären und eine möglichst rasche Therapie zu ermöglichen.

Warum sollte die Therapie einer Hausstaubmilbenallergie möglichst rasch erfolgen?

Zeit spielt hier durchaus eine Rolle, denn je früher eine allergische Atemwegserkrankung erkannt wird, desto eher kann sie adäquat behandelt werden. Auch eine Verschlechterung der Beschwerden oder ein Asthma bronchiale werden durch eine adäquate Therapie leichter verhindert.
Milbenallergiker haben ein sehr hohes Risiko, dass ein Etagenwechsel stattfindet, d.h. dass sich die Symptome von Augen und Nase auf die Bronchien verlagern. Bei rund 25 Prozent der Betroffenen entwickelt sich ein sehr allergisches Asthma – eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität.

Wie sieht der Umgang mit der MilbenCheck App konkret aus?

Zunächst bietet MilbenCheck einen einfachen Selbsttest in Form eines Standard-Fragebogens. So erhält der Betroffene zunächst eine erste Einschätzung, ob eine Milbenallergie für seine Beschwerden verantwortlich sein könnte. Die 14 Fragen lassen sich unkompliziert und rasch beantworten und ordnen den Nutzer einer von vier Risikogruppen zu.

Damit ist erster wichtiger Schritt getan, der eine ärztliche Diagnose allerdings nicht ersetzt. Der Fragebogen unterstützt jedoch die Entscheidung zur Symptomabklärung bei einem allergologisch geschulten Facharzt. Außerdem liefert der Online-Selbsttest Informationen, die für die weitere Diagnose wichtig sein können. Diese Informationen lassen sich sogar im PDF-Format als E-Mail versenden oder als Papierausdruck zum Arzttermin mitnehmen.

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