Hausstaubmilbenallergie Diagnose Massnahmen

Dr. Patrick Gillessen, Hals-Nasen-Ohren-Arzt in München

Hausstaubmilbenallergie: Symptome, Diagnose, Maßnahmen

Gibt es denn in Bezug auf die Sanierungsmaßnahmen für Hausstauballergiker Unterstützung durch die Krankenkassen?

Mittlerweile unterstützen die meisten Krankenkassen den Einsatz von Encasings. Von den gesetzlichen Krankenkassen erhalten Patienten z.B. eine Zuzahlung beim Erwerb spezieller Matratzenüberzüge (Encasing), da der Nutzen dieser wirkungsvollen Maßnahme wissenschaftlich sehr gut belegt ist.

Zusätzlich gibt es spezielle milbentötende Präparate zum Einsprühen von Matratzen, Sofas etc., sowie spezielle Waschmittel, deren Kosten zum Teil von den Krankenkassen übernommen werden.

Wann würden Sie bei einem Hausstaubmilbenallergiker die spezifische Immuntherapie einsetzen?

Je nach Beschwerdebild und der ermittelten Klassifikation im RAST-Test würde ich eine spezifische Immuntherapie bei Hausstaubmilbenallergie auf jeden Fall empfehlen. Die spezifische Immuntherapie stellt die einzige kausale Therapie – außer dem Meiden des Allergens – bei der Behandlung von Allergien dar.

Bei einer Erfolgsquote der Therapie von über 80 Prozent - bei den Hausstaubmilben - besteht eine reelle Chance, dass die Symptome des Patienten deutlich gemindert werden und in wenigen Fällen sogar sistieren können. Des Weiteren kann eventuell auch die Entwicklung eines allergischen Asthma bronchiale verhindert werden bzw. die Ausprägung des Asthma bronchiale fällt deutlich geringer aus.

Grundsätzlich gilt: Je jünger der Patient bei der Durchführung der Hyposensibilisierung ist, desto besser wird das Ergebnis für Ihn.

Was kann passieren, wenn die Hausstaubmilbenallergie unbehandelt bleibt?

Zunächst einmal sollte man grundsätzlich wissen: Unbehandelt entwickeln ca. 30 Prozent der Atemwegsallergiker im Laufe der Jahre ein Asthma bronchiale. Lediglich bei etwa 10 Prozent der Allergiker, und dies gilt auch für die Hausstaubmilbenallergiker, sistiert die Allergie irgendwann, d.h. es bestehen dann keine Beschwerden mehr.

Bei den meisten Patienten mit Hausstaubmilbenallergie kommt es zu einer chronischen Entzündung der Nasenschleimhaut. Hausstaubmilbenallergiker sind dem Allergen über das ganze Jahr hinweg mehr oder weniger stark ausgesetzt. Hierdurch kommt es zu ständigen Entzündungen und in Folge zu vergrößerten Nasenmuscheln und verdickten Schleimhäuten beider Nasenhaupthöhlen. Dadurch kommt es zu einer Behinderung der Nasenatmung. Die Symptome werden somit in der Regel über die Jahre schlechter – bis hin zur möglichen Entstehung eines Asthma bronchiale.

Die Schwierigkeiten bei der Nasenatmung sind, wie bereits erwähnt, ein häufiger Grund, warum diese Patienten zum HNO-Arzt kommen. Medikamente können die Vergrößerung der Nasenmuscheln nur kurzfristig reduzieren. Selbst wenn man die chronische Entzündung gut in den Griff bekommt - es gibt hier ein neues und sehr wirkungsvolles Präparat mit der Wirkstoffkombination Azelastin und Fluticason - bleiben die Nasenmuscheln doch vergrößert und die Atembehinderung bleibt bestehen. Hier hilft dann nur eine operative Verkleinerung des Volumens der Nasenmuscheln. Ausschlaggebend ist dabei, ob und wie stark der Patient unter der behinderten Nasenatmung leidet. Kommt er gut damit zurecht, ist eine Operation nicht nötig.    

Bleiben die Nasenmuscheln nach der Operation entsprechend klein oder können sie auch wieder nachwachsen?

Es ist immer möglich, dass die Nasenmuscheln infolge der allergischen Entzündungsreaktion nach einer Operation wieder an Volumen zunehmen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Allergie nach dem Eingriff nicht mitbehandelt wird, z.B. durch die Spezifische Immuntherapie. Ob in diesen Fällen eine erneute Operation sinnvoll ist, hängt davon ab, wie zufrieden der Patient mit dem Ergebnis des ersten Eingriffs war.

Herr Dr. Gillessen, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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