Hausstaubmilbenallergie Diagnose Massnahmen

Dr. Patrick Gillessen, Hals-Nasen-Ohren-Arzt in München

Hausstaubmilbenallergie: Symptome, Diagnose, Maßnahmen

Wie diagnostiziert man die Allergie gegen Hausstaubmilben?

Der klassische Test zur Diagnose einer Allergie – in unserem Falle der Hausstaubmilbe – ist der Prick-Test. Dafür trägt man die verdächtigen Allergene auf die Haut auf und vergleicht sie mit einer positiv/negativ-Probe. Anhand des RAST, eines Bluttests, lässt sich dann eine Qualifizierung der Allergieausprägung vornehmen.  Durch den Befund des RAST und der Konzentration des Gesamt-IgE, welches u.a. bei einer Allergiebereitschaft erhöht sein kann, wird eine Einteilung in eine leichte, mittlere oder schwere Allergieform möglich.

Das sind wichtige Informationen für die Therapie, zumal der Schweregrad der Allergie unter anderem ausschlaggebend ist für das Risiko ein allergisches Asthma bronchiale zu entwickeln. Je schwerer die Ausprägung der Allergie, desto größer das Risiko.

Die Therapie der Hausstaubmilbenallergie unterscheidet sich dann also nach Schweregrad?

Ganz genau, wenn sich z.B. eine leichte Allergieform nur auf Symptome an der Nase beschränkt, würde man zunächst die häusliche Sanierung in den Fokus nehmen. Das bedeutet, dass man die Matratzen, die in der Tat der häufigste Aufenthaltsort der Milben sind, ggf. auch Kissen und Bettdecken mit Hilfe des Encasing-Verfahrens sozusagen „abschirmt“ und damit der Patient mit dem Allergen nicht mehr in Berührung kommt.

Zusätzlich gibt es aber auch spezielle Decken und Kissen für Hausstauballergiker, die man gut waschen kann. Wichtig ist, dass beim Waschvorgang die Waschtemperatur über eine Stunde 60 °C beträgt und dass man Decken und Kissen auch regelmäßig, mindestens alle Vierteljahre wäscht, damit die Milben abgetötet werden.

Darüber hinaus sollte man möglichst auf Teppichböden verzichten, es sei denn sie sind kurzflorig und schadstoffarm. Die Verwirbelungen auf kurzflorigen Teppichen ist deutlich geringer als bei glatten Böden. Dennoch sind Parkettböden für Hausstaubmilbenallergiker die empfehlenswertere Variante.

Neben dem Bodenbelag sind auch Vorhänge potenzielle Aufenthaltsorte für Milben, auf die man bei Hausstaubmilbenallergie besser verzichten sollte. Es gibt noch zahlreiche weitere Maßnahmen, um die Milbenkonzentration zu reduzieren. Allgemein gilt der Grundsatz die Milbenkonzentration im Haus insgesamt möglichst niedrig zu halten.

In Bezug auf mögliche Sanierungsmaßnahmen muss man allerdings auf die Praktikabilität für den Patienten achten. Die Frage ist immer, sind diese Maßnahmen für den Patienten wirklich durchführbar bzw. was ist möglich und was nicht. Man kann nicht jedem Patienten empfehlen, den Teppichboden komplett zu entfernen und damit hohe Kosten verursachen.

Ergänzend werden je nach Schweregrad der Allergie und ihrer Beschwerden medikamentöse Maßnahmen als Ergänzung zur Sanierung der Hausstaubmilben angewandt. Es kommen die üblichen Medikamente wie kortisonhaltige Nasensprays, Antihistaminika und gegebenenfalls kortisonhaltige Asthmasprays zum Einsatz. Entweder ist eine Bedarfsmedikation oder eine Dauertherapie zur Symptomlinderung von Nöten.

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