Hausstaubmilben Vorratsmilben Allergie

Dr. Christoph Langer, Facharzt für HNO-Heilkunde in Füssen

Hausstaubmilben- und Vorratsmilbenallergie: Biologie, Vorkommen & Bekämpfung

Die Therapie der Hausstaubmilbenallergie

Luftfeuchtigkeit ist eine wichtige Überlebensgrundlage für Milben, denn ihre dünne Haut ist verantwortlich für einen ständigen Flüssigkeitsverlust durch Verdunstung. Optimale Lebensbedingungen für Milben herrschen bei einer Temperatur von 25 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent. Deshalb kann man immer dann, wenn sich in einer Wohnung Stockflecken oder Schimmelbefall bilden, davon ausgehen, dass auch ein Milbenbefall vorliegt. Wenn die Luftfeuchtigkeit hoch genug war, um sichtbare Stockflecken und Schimmel hervorzurufen, war das Klima auch für eine Milbenpopulation ausgesprochen positiv. „Auch wenn der Schimmelbefall bereits beseitigt ist und keine sichtbaren Spuren mehr vorhanden sind, findet man an den betreffenden Stellen oft sogar unter der Tapete einen Milbenbefall“, betonte Dr. Langer.

Die gute Nachricht: Trockene Luft, d.h. eine Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent sorgt dafür, dass die Milben absterben. Und Silberfischchen, die allgemein als Ungeziefer betrachtet werden und daher unerwünscht sind, ernähren sich gerne auch von Hausstaubmilben und sind deshalb ein positives Zeichen für ein intaktes Biosystem des Hauses.

Die schlechte Nachricht: Milben verfügen über eine Art "körpereigenes Bewässerungssystem" mit Hilfe dessen sie ihrem Körper Feuchtigkeit zuführen können. Dafür gibt die Milbe oberhalb des ersten Beines eine salzhaltige Flüssigkeit ab, die in Richtung Mund läuft und dort wieder aufgenommen wird. Die Flüssigkeit besteht aus einer Sole, d.h. Natriumchlorid und Kaliumchlorid in hoher Konzentration. Diese Sole nimmt auf dem Weg zum Mund Feuchtigkeit aus der Luft auf und versorgt die Milbe so mit der nötigen Flüssigkeit.

Wo halten sich Hausstaubmilben und Vorratsmilben gerne auf?

Milben halten sich generell immer dort auf, wo Nahrungsangebot, Temperatur und Luftfeuchtigkeit optimal sind. Außerdem meiden Milben die Sonneneinstrahlung und flüchten sich dann ins Dunkle.

Ein bevorzugter Aufenthaltsort der Hausstaubmilben ist das Bett. Insbesondere in Matratzen, die älter als fünf Jahre sind, findet man einen Höchststand von Milbenpopulationen und neue Matratzen sind bereits nach drei Monaten von einer Milbenpopulation besiedelt und das weitgehend unabhängig vom Material. Sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit in Betten bzw. Kopfkissen und Matratzen sind für Milben ideal, denn der Schläfer sorgt regelmäßig für Wärme und Feuchtigkeit durch Transpiration. Insbesondere Menschen, die keine Nachtwäsche tragen, sorgen deshalb ungewollt für positives Milbenklima, weil Schweiß und Hautschüppchen ungehindert und in großen Mengen in die Matratze gelangen.

Auch Polstermöbel wie Sofas, Sessel, Hunde- und Katzenkörbchen oder Teppiche sind bei Hausstaubmilben sehr beliebt. Hier sorgen Temperatur und Luftfeuchtigkeit für biologisch optimale Bedingungen und damit für ansteigende Milbenpopulationen. Insbesondere in älteren Möbelstücken findet man häufig eine hohe Milbendichte.

Ebenfalls ein beliebter Aufenthaltsort für Hausstaubmilben, der oft übersehen wird, sind Computertastaturen. "Hier gibt es reichlich Nahrung durch die im Laufe der Zeit eingerieselten Hautschuppen, im Gegensatz zum Laptop, steigt die Temperatur einer Tastatur nicht an und das Tastaturinnere bietet reichliche Rückzugsmöglichkeiten", führte Dr. Langer aus.

Vorratsmilben findet man auf feuchten Wänden, in Ställen, Heu, Futterkästen, Vorratskammern bzw. Speisekammern, Käfigen von Kleinnagern wie Hamster, Meerschweinchen etc. und, in ganz besonders hohen Konzentrationen, in großen Hühnerställen.

Geographisch betrachtet kommen Milben dort tendenziell öfter vor, wo es häufig regnet und selten die Sonne scheint. Die Höhenlage scheint, entgegen älterer Studien, keine Rolle zu spielen. Auch auf den Sitzpolstern und in Matratzen auf Berghütten findet man Milben. Ausschlaggebend ist also nicht die Höhe, sondern auch hier wieder die Temperatur und besonders die Luftfeuchtigkeit.

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