Allergische Rhinitis durch Hausstaubmilben Schimmelpilze

Prof. Dr. med. Karl Hörmann, Klinikdirektor Universitäts-HNO-Klinik, Universitätsmedizin Mannheim

Allergische Rhinitis durch Hausstaubmilben oder Schimmelpilze

Wo überall finden sich Hausstaubmilben in den Wohnungen und was begünstigt ihre Vermehrung?

Hausstaubmilben lieben es warm und feucht. Sie bevorzugen eine Luftfeuchte von ca. 70 bis 80% und Temperaturen von ca. 20 bis 30°C. Dementsprechend findet sich die größte Zahl der Milben in den Betten. Matratzen und Bettzeug können hunderttausende und sogar bis zu mehreren Millionen Milben beherbergen. Aber auch in Polstermöbeln, Plüschtieren, Kissen, Teppichen und Vorhängen halten sich die Milben gerne auf. Daraus folgt: Die Aufrechterhaltung des warmen und feuchten Milieus begünstigt die Vermehrung der Milben.

Wie kann man Hausstaubmilben bekämpfen?

Milben vermehren sich in warmem und feuchtem Klima am besten. Optimale Bedingungen finden sie dabei im häuslichen Bett. Sanierungsmaßen sollten daher zuerst im Bett und Schlafzimmerbereich ansetzen. Um die Vermehrung der Milben zu hemmen und eine Allergenexposition zu reduzieren, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, wie z.B.:

  • Generieren eines milbenunfreundlichen Klimas
  • Vermeidung von Staubansammlungen
  • Regelmäßiges Reinigen von Bettwäsche, Polstern, Vorhängen, Teppichen
  • Verwendung von Encasings
  • Verwendung von Akariziden

Das Generieren eines milbenunfreundlichen Klimas erreicht man durch das regelmäßige Lüften der Wohnung, vor allem im Winter, das einer zu hohen Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur entgegenwirkt. Die Luftfeuchtigkeit sollte unter 50% gehalten werden und die Temperatur im Schlafzimmer höchstens 18°C betragen. Die Bettwäsche sollte möglichst an der frischen Luft aufgeschüttelt werden. Es gibt Hinweise dafür, dass sich Milben in ungemachten Betten weniger stark vermehren, da Bettdecke und Matratze so schneller auskühlen und Feuchtigkeit verlieren. Da Zimmerpflanzen die Luftfeuchtigkeit erhöhen und außerdem gerne einen Nährboden für Schimmelpilze bilden, sollten sie ebenfalls aus dem Schlafzimmer verbannt werden.

Staubansammlungen verhindert man dadurch, dass man lange Vorhänge und offene Regale als Staubfänger vermeidet. Ablageflächen und Fußböden sollten regelmäßig feucht abgewischt werden. Regelmäßiges Staubsaugen hilft, die Belastung umherfliegender Milbenallergene zu reduzieren. Es werden hierbei Staubsauger mit einer maximalen Luftleistung von 140-300 Watt und mit Feinporenfiltern, z.B. Hepa-Filtern, empfohlen. Auch Wasserfiltern wird ein günstiger Effekt auf die Milbenelimination zugeschrieben.

Um die Zahl der Milben zu reduzieren und die Bettwäsche von Allergenen zu reinigen, sollte diese einmal pro Woche bei 60-90°C gewaschen werden. Ergänzend können milbendichte Bettbezüge (Encasings) verwendet werden. Durch sie lässt sich die Exposition zu Milbenallergenen deutlich reduzieren.

Stofftiere, die sich nicht bei 60 °C waschen lassen, können bei -20°C für 24h in die Gefriertruhe gelegt werden - sie sind danach für einige Zeit milbenfrei.

Da die Milbenpopulation in einer Matratze über die Jahre auf mehrere Millionen anwachsen kann, empfiehlt es sich, alle 8 Jahre eine neue Matratze zu erwerben. Ein erneuter Milbenbefall wird jedoch leider trotz eingehaltener Sanierungsmaßnahmen nicht ausbleiben.

Die Zahl der Hausstaubmilben in Teppichböden fällt im Vergleich zum Bett deutlich geringer aus. Bei starken allergischen Beschwerden kann dennoch die Entfernung eines Teppichbodens und der entsprechender Ersatz durch Fliesen, Laminat oder Parkett eine sinnvolle Maßnahme sein. Alternativ können Teppiche und Polstermöbel mit chemischen Milbenbekämpfungsmitteln (Akarizide) behandelt werden. Da diese Mittel in seltenen Fällen zu Hautreizungen führen können, sollten sie im Schlafzimmer und an der Bettwäsche nicht verwendet werden.

Ledermöbel sind unbedenklich, da sich hierauf keine Milben vermehren können.

Wo kommt es zur Schimmelpilzbildung und wie beseitig man diese?

Die Luft in Innenräumen ist meist wärmer und nimmt deshalb mehr Wasser auf als die kalte Außenluft. Unzureichendes Lüften und damit Reduktion der Luftfeuchte im Wohnraum, kann zu Kondensation der Feuchtigkeit führen. Hiervon sind vor allem Fensterstürze, Raumecken, Schlafzimmerwände, Tapeten und Schrankrückseiten betroffen. Diese feuchten Stellen sind ein idealer Nährboden für Schimmelpilze und Bakterien.  

Weitere Vorkommen für Schimmelpilze sind u.a. Problemstellen im Mauerwerk oder in Decken nach einem Wasserschaden. Die meisten Pilze wachsen optimal bei einer Luftfeuchte von 90% und Temperaturen von 20 bis 25°C.

Ist der Schimmelpilzbefall bereits eingetreten hilft nur die professionelle Sanierung durch Sanierungsfachfirmen. Eine oberflächliche Entfernung des Schimmels ist in den meisten Fällen nicht ausreichend.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.