Nasale Provokationstestung

Dr. Pascal Werminghaus, Facharzt für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde und Allergologe, Oberarzt an der HNO-Klinik am St. Anna Krankenhaus in Wuppertal zur nasalen Provokationstestung!

Nasaler Provokationstest: Wie funktioniert er, was sagt er aus?

Nasale Provokationstestungen gehören zu den klassischen Testungen in der Allergologie. Doch nicht jedem Patienten ist klar, was damit gemeint ist und nicht bei jedem Patienten muss ein solcher Test durchgeführt werden. Wie funktioniert ein nasaler Provokationstest? In welchen Fällen wird er durchgeführt und was sagt der Test aus?  Im Vorfeld der Düsseldorfer Allergietage sprach MeinAllergiePortal mit Dr. Pascal Werminghaus, Facharzt für Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde und Allergologe, Oberarzt an der HNO-Klinik am St. Anna Krankenhaus in Wuppertal.

Herr Dr. Werminghaus, wozu dient eine nasale Provokationstestung und welche Allergien können mit der nasalen Provokationstestung diagnostiziert werden?

Die nasale Provokationstestung ist ein wichtiger Baustein bei der Diagnostik von Inhalationsallergien. Das Prinzip ist recht simpel: Die Nasenschleimhaut des Patienten wird mit dem zu testenden Allergen in Kontakt gebracht und es wird die klinische Reaktion des Patienten auf das Allergen überprüft.

In welchen Fällen kommt die nasale Provokationstestung zur Anwendung bzw. wann wird sie zusätzlich zu klassischen Allergietests angewendet?  

Haupteinsatzbereich für die nasale Provokationstestung sind Patienten, bei denen die klassischen Allergietests im Blut oder an der Haut nicht eindeutige Ergebnisse liefern und nicht mit der Anamnese der Patienten in Einklang zu bringen sind.

Ein positiver Haut- oder Bluttest ohne entsprechende eindeutige klinische Symptome ist zunächst einmal nur als Sensibilisierung auf das entsprechende Allergen zu werten, nicht automatisch als klinisch relevante allergische Reaktion.

Gerade bei multisensibilisierten Patienten mit Symptomen über einen längeren Zeitraum oder bei Sensibilisierungen mit ganzjährigen Allergenen kann es im Alltag sehr schwer werden, die für den Patienten relevanten und konsequent zu behandelnden Allergene zu bestimmen. So kann die nasale Provokation die Symptome des Patienten reproduzieren und so helfen, die für den Patienten wichtigen Allergien zu diagnostizieren.

Wie wird eine nasale Provokationstestung genau durchgeführt?

Bei der nasalen Provokation wird über ein Nasenspray, oder über einen Filter oder durch etwas Flüssigkeit in einer Spritze ein Allergen auf die Nasenschleimhaut des Patienten appliziert. Nach einem definierten Zeitpunkt wird die klinische Reaktion des Patienten bis zu diesem Zeitpunkt dokumentiert und eine Rhinomanometrie durchgeführt, um die Änderung des nasalen Luftwiderstandes zu beurteilen.

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