Hausstaubmilbenallergie SLIT Milbentablette

Prof. Ralph Mösges vom Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie in Köln zur SLIT mit der Milbentablette bei Hausstaubmilbenallergie!

Hausstaubmilbenallergie? Hilft die SLIT mit der Milbentablette Allergikern?

Mit der SLIT, der sublingualen Immuntherapie, ist eine Allergie gegen Hausstaubmilben ursächlich therapierbar. Zudem sinkt durch die SLIT das Risiko, weitere Allergien oder gar ein Asthma zu entwickeln. Viele Patienten fragen sich jedoch, wie wirksam die Milbentablette ist, auch im Vergleich zur subkutanen Immuntherapie mittels Spritzen und wie nachhaltig sie wirkt. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Ralph Mösges vom Institut für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie in Köln darüber, wie die SLIT mit der Milbentablette Allergikern mit Hausstaubmilbenallergie hilft.

Herr Prof. Mösges, wie erfolgreich ist die Milbentablette bei einer Allergie gegen Hausstaubmilben?

Zunächst möchte ich klarstellen, es gibt nicht nur eine Milbentablette, sondern eine ganze Reihe von Milbentabletten verschiedener Hersteller. Zu den Milbentabletten liegen bereits langjährige Erfahrungen – bis zu 20 Jahren – sowie Studiendaten vor. Eines dieser Produkte ist mittlerweile in Deutschland für Erwachsene zugelassen, eines in Japan und ein weiteres ist in verschiedenen Ländern der EU verfügbar, auch für Kinder, aber nicht zugelassen, weil die jeweiligen Zulassungsprozesse noch nicht abgeschlossen sind. Auch ohne Zulassung in Deutschland können diese Milbentabletten jedoch verordnet werden, als sogenannte „named patient products“. „Named patient products“ sind eine Besonderheit der Therapieallergene-Verordnung. Damit ist gemeint, dass ein Arzt einem Patienten ein Therapieallergen verschreiben kann, z.B. in Form einer Milbentablette, das im Heimatland noch nicht durch den offiziellen Zulassungsprozess gegangen ist.

Zur Frage nach dem Erfolg der Therapie mit Milbentabletten: In der Regel verspüren die Patienten nach einer Therapiedauer von drei bis vier Monaten eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden. Nach längerfristiger Therapie mit Milbentabletten verbessert sich die Symptomatik weiter.

Wie beurteilen Sie die Therapieeffizienz der Milbentabletten im Vergleich zu klassischen Allergietherapien?

Im Vergleich zu klassischen Allergietherapien wie Antihistaminika, nasalen Steroiden, Leukotrienantagonisten (LTRA) und Kombinationen davon, kann der Patient zwischen 20 bis 30 Prozent mehr Linderung erfahren, wenn er eine Therapie mit Milbentabletten durchführt. Damit bewegt sich die Gesamtlinderung in einem relativ hohen Bereich, d.h. die Beschwerden reduzieren sich um die Hälfte oder sogar um mehr als die Hälfte.

Sind die unterschiedlichen Milbentabletten denn ähnlich gut wirksam?

Die in Japan und die in Deutschland zugelassene Milbentablette sind sich im Ausmaß der Wirksamkeit sehr ähnlich. Die in Italien zugelassene Milbentablette ist bislang nur in kleineren Studien geprüft worden und zeigte dabei mit einer Wirksamkeit von 20 Prozent über der  Kontrolltherapie sehr gute Ergebnisse. Klassische „Head-to-head“-Studien, bei denen die Wirksamkeit der einzelnen Milbentabletten miteinander verglichen wurde, gibt es aktuell aber noch nicht.  

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