Allergiemobil DAAB

Diplom-Oecotrophologin Marina Oppermann, Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V (DAAB)

AllergieMobil – der „vor Ort“-Service des DAAB

Ein Drittel der Deutschen leidet unter Allergien. Heuschnupfen, allergisches Asthma, Neurodermitis, allergische Kontaktekzeme, Nahrungsmittelallergien und –unverträglichkeiten oder gar Anaphylaxie - die Zahl der Betroffenen steigt von Jahr zu Jahr. Gleichwohl werden Allergien und deren Auswirkungen auf die Gesundheit, oft sogar von den Betroffenen selbst, unterschätzt. Mit der Initiative "AllergieMobil"  hat sich der Deutsche Allergie und Asthmabund e.V. (DAAB) dieses Problems angenommen und kommt direkt zu den Betroffenen. MeinAllergiePortal sprach mit Diplom-Oecotrophologin Marina Oppermann, Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V (DAAB) über ihre Erfahrungen.

Allergien werden oft bagatellisiert. Machen Sie die Erfahrung, dass die Menschen, die zum AllergieMobil kommen, häufig schon lange unter ihren Beschwerden leiden, ohne die Diagnose zu kennen? Oder kennen sie die Diagnose und es mangelt an der Therapie?

Das ist ganz unterschiedlich. Manche Menschen kommen zum Allergie Mobil, weil Sie zum ersten Mal in ihrem Leben allergische Beschwerden haben, wie in diesem Jahr mit der Pollenallergie. Andere Betroffene leiden schon lange unter Allergien und fragen nach neuen Behandlungsmöglichkeiten. Bei dem Thema Neurodermitis kommen häufig junge Eltern und haben Fragen zum Thema Hautpflege.

Die Pollenallergie wird von den meisten Betroffenen unterschätzt. Man hält die Beschwerden, wie Augenjucken und Fließschnupfen  aus und „quält“ sich durch die Pollensaison. Nur wenn es gar nicht anders geht werden entsprechende Medikamente eingenommen. Dabei ist den Betroffenen meist nicht bekannt, dass sich ein Heuschnupfen, nicht diagnostiziert und nicht ausreichend therapiert bei 30 Prozent der Patienten im Verlauf der Erkrankung zu einem Asthma bronchiale wandelt. Die ursächliche Therapie, die Hyposensibilisierung, dient neben der Linderung der Symptome vor allem der Asthma-Prävention.

Worin sehen Sie die Ursachen für die Bagatellisierung?

Häufig  kommt als Antwort "Ich nehme so wenig Medikamente wie möglich" oder "So schlimm ist es nicht". Für viele scheint der Aufwand zu groß.

Sie erwähnten die Hyposensibilisierung, wie genau sieht diese Therapie aus?

Bei der Hyposensibilisierung wird dem Allergiker das für ihn relevante Allergen, zum Beispiel von Gräsern, in steigender Dosis zugeführt, um den Körper so daran zu gewöhnen. Die Hyposensibilisierung wird in der Regel über einen Zeitraum von drei (in Ausnahmefällen fünf) Jahre lang durchgeführt. Das erscheint für den Betroffenen zunächst ein großer Aufwand. Neben der Spritzenform gibt es jedoch auch die Möglichkeit die Therapie zuhause, je nach Allergieauslöser in Tabletten- oder Tropfenform durchzuführen. Dies sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

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