ÖGAI: Wissenschaft trifft Praxis - international und interdisziplinär!

Auf der Homepage wird betont, dass die ÖGAI neben der Forschung auch die klinische Umsetzung fördert…

Prof. Pickl: Unter den ÖGAI-Mitgliedern findet man nicht nur WissenschaftlerInnen, sondern auch viele niedergelassene Ärztinnen und Ärzte der unterschiedlichsten Fachrichtungen, die sich primär der Patientenversorgung widmen. Es ist daher ausgesprochen angenehm, dass bei der ÖGAI große Anstrengungen unternommen werden, wissenschaftlich experimentelle wie auch klinisch relevante Themen aufzugreifen. Bei den ÖGAI-Kongressen werden deshalb stets eher theoretisch gelagerte wissenschaftliche Themen gemeinsam mit klinischen-relevanten Themen in den Mittelpunkt gestellt. So wollen wir brandneue Erkenntnisse direkt zum niedergelassenen Arzt transportieren. Damit profitiert der Arzt in seiner täglichen Praxis von der Entwicklungsarbeit der Forscher, und das kommt wiederum ganz unmittelbar den Patienten zugute. Letztendlich kann die Exposition von rein grundlagenwissenschaftlich tätigen ÖGAI-Mitglieder gegenüber klinischen Themen ein wichtiger Impetus für dieselben sein, sich auf künftige Forschungsfelder mehr oder weniger zu konzentrieren, bzw. die eigenen Forschungsfelder neu zu orientieren.  

Zusätzlich bietet die ÖGAI einen guten Überblick über aktuelle Fortbildungsveranstaltungen und wichtige Kongresse. Die Fortbildungsveranstaltungen, die unter maßgeblicher Mitwirkung unserer Mitglieder bzw. von Partnergesellschaften und Universitäten veranstaltet werden, sind auf der ÖGAI- Homepage gut sichtbar dargestellt und werden von der ÖGAI auch entsprechend unterstützt.

Die ÖGAI hat auch Industriemitglieder…

Dr. Zieglmayer: Die Zusammenarbeit mit den Vertretern aus der Industrie, den fördernden ÖGAI-Mitgliedern, ist insbesondere im Hinblick auf Fragestellungen der unmittelbaren Gesundheitsversorgung wie auch für die Umsetzung von markttauglichen (Forschungs-)Erkenntnissen von großer Wichtigkeit. Die ÖGAI bietet eine perfekte Plattform, wenn es um die wichtige Interaktion mit Zulassungsbehörden oder Sozialversicherungsträgern geht, hier ist die kollegiale Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus dem industriellen Umfeld ausgesprochen hilfreich. So konzertiert die ÖGAI z.B. gemeinsame Statements von Ärzteschaft und Industrie zu bestimmten, gesundheitsrelevanten Fragestellungen. Eines dieser brennenden Themen ist etwa die Weiterentwicklung der spezifischen Immuntherapie in Österreich, ein brisantes Thema, insbesondere dann, wenn es um Erstattungsfragen geht.

In Deutschland sehen die allergologischen Fachgesellschaften die Versorgung von Allergiepatienten kritisch, wie sieht die ÖGAI die Situation in Österreich?

Dr. Zieglmayer: Auch in Österreich ist die Allergologie ein Bereich, bei dem die Sozialversicherungsträger das höchste Einsparungspotenzial sehen.  Wenn es darum geht, Leistungen zu streichen, kommt die Allergologie leider immer recht schnell in den Fokus. Das liegt daran, dass Allergien von den Sozialversicherungsträgern vielfach als „Lifestyle- Erkrankungen“ wahrgenommen werden. In Österreich kommt erschwerend hinzu, dass von offizieller Seite hierzu keinerlei ökonomische Daten erhoben bzw. publiziert werden. In Deutschland gibt es zumindest ein Gesundheitsregister, d.h. eine Statistik, die regelmäßig belegt, was bestimmte therapeutische Maßnahmen kosten und was sie dem System an Ersparnissen bringen.

Es wäre beispielsweise sehr wünschenswert, dass die bestehende Vereinbarung der Kostenübernahme der Krankenkassen für die spezifische Immuntherapie erhalten bleibt und womöglich sogar noch ausgebaut wird. Des Weiteren wäre es sinnvoll, wie in Deutschland auch in Österreich Fachleute mit dieser für die Patienten wichtigen Fragestellung zu betrauen.

Die dadurch verbesserte Primärprävention, aber auch Sekundärprävention und Tertiärprävention ersparen dem Gesundheitssystem langfristig viel Geld, sei es, dass dadurch die Asthmaprogression verhindert wird oder aber auch Arbeitsausfällen entgegengewirkt würde. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn in diesem Zusammenhang auch die relevanten Daten versicherungsseitig erhoben und berücksichtigt werden würden. Es ist ein erklärtes Ziel der ÖGAI, sich für eine entsprechende Objektivierung in dieser Hinsicht einzusetzen.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.