Fybromyalgie FMS Faser-Muskel-Schmerz

PD Dr. Winfried Häuser, Leiter des Schwerpunkts Psychosomatik am Klinikum Saarbrücken

Fibromyalgie Syndrom (FMS) – was heißt das für Betroffene?

Wie wird die Diagnose Fibromyalgie-Syndrom gestellt?

Die Diagnose ergibt sich zum einen aus dem für Fibromyalgie typischen Beschwerdebild.

Dazu gehören chronische, mindestens seit drei Monaten bestehende Schmerzen in mehreren Körperregionen. Dabei kann der Nacken betroffen sein, aber auch der obere bzw. der mittlere Rückenbereich. Auch Kreuz, Brustkorb, Bauch können Beschwerden verursachen und mindestens ein Schmerzort in beiden Armen und Beinen kommt hinzu. Weitere Symptome sind Ein- und Durchschlafstörungen, bzw. das Gefühl, morgens nicht ausgeschlafen zu sein, eine vermehrt auftretende körperliche und geistige Erschöpfung oder Konzentrationsstörungen.

Bei vielen Betroffenen kommt es zusätzlich zu weiteren Beschwerden, wie z.B. Reizmagen-, Reizdarm- und Reizblase. Auch zu einer Reizüberempfindlichkeit, wie z. B. empfindliche Haut, Muskeln, Augen, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit, kann es kommen, sowie zu seelischen Beschwerden, wie Nervosität, innere Unruhe, Niedergeschlagenheit oder Antriebsverlust. 

Besteht das für Fibromyalgie typische Beschwerdebild und lassen sich diese Beschwerden nicht auf eine andere Erkrankung zurückführen, z.B. eine fortgeschrittene Tumorerkrankung, eine hochgradige Blutarmut oder eine entzündliche rheumatische Erkrankung, handelt es sich um das Fibromyalgie Syndrom FMS.

Wie therapieren Sie das Fibromyalgie Syndrom?

Leider gibt es zur Behandlung des Fibromyalgie Syndroms kein Zaubermittel. Den größten Beitrag zur Besserung ihrer Beschwerden können die Patienten selbst leisten. Ein positiver Faktor ist z.B. ein leichtes,  richtig dosiertes Herz-Kreislauf-Training. Auch die positive Wirkung meditativer Bewegungstechniken wie Yoga oder Qi Gong ist durch Studien belegt. Auch eine achtsamkeitsbasierte Stressreduktion kann sich positiv auswirken.        

Zur Wirksamkeit von Medikamenten gibt es für das Fibromyalgie Syndrom eine relativ gute Datenlage. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Medikamente bei jedem Patienten wirken - nur jeder 3. bis 4. Patient profitiert eindeutig von einem Medikament!

Dabei gibt es keine Medikamente, die speziell für die Behandlung von Fibromyalgie entwickelt wurden. Vielmehr nutzt man Medikamente, die in der Schmerztherapie eingesetzt werden.  Auch Antidepressiva, mit denen man auch Schmerzsyndrome  wie z.B. Spannungskopfschmerzen oder Reizdarm  behandeln kann, auch wenn die Patienten nicht depressiv sind, können beim Fibromyalgie Syndrom wirken. Das liegt daran, dass die am Schmerzempfinden beteiligten Botenstoffe auch an der Regulation des Gefühlsempfindens beteiligt sind.  

Und: Wenn bei der Fibromyalgie begleitende Ängste und Depressionen vorliegen, sollten sie behandelt werden. Dies verhindert zwar nicht die Schmerzen, erleichtert dem Patienten jedoch den Umgang damit.  

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