Fybromyalgie FMS Faser-Muskel-Schmerz

PD Dr. Winfried Häuser, Leiter des Schwerpunkts Psychosomatik am Klinikum Saarbrücken

Fibromyalgie Syndrom (FMS) – was heißt das für Betroffene?

Schmerzen an Muskeln, Gelenken und Sehnen, Rückenschmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten – dies sind nur einige der vielfältigen Symptome, die beim Fibromyalgie Syndrom (FMS) oder auch Faser-Muskel-Schmerz auftreten können. Hinzu können psychische Störungen kommen, eine weitere Belastung für die Patienten. An welchen Symptomen erkennt man eine Fibromyalgie? Wie erfolgt die Diagnose? Welche Therapieoptionen gibt es? Darüber sprach MeinAllergiePortal mit PD Dr. Winfried Häuser, Leiter des Schwerpunkts Psychosomatik am Klinikum Saarbrücken.

Herr Privatdozent Häuser, wie häufig ist das Fibromyalgie Syndrom?

Für Deutschland gibt es repräsentative Zahlen zur Verbreitung des Fibromyalgie Syndroms. Man geht davon aus, dass ca. 2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung die Kriterien des Beschwerdebilds Fibromyalgie erfüllen.

Zum Fibromyalgie-Syndrom gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Manche bezweifeln sogar, dass es das Krankheitsbild überhaupt gibt. Woran liegt das?

Auf der fachlichen Ebene gibt es keinen Zweifel an der Existenz der Erkrankung. Die Fibromyalgie wird bereits seit 1994 von der Weltgesundheitsorganisation WHO in der offiziellen Krankheitenliste aufgeführt. In Deutschland gibt es zum Fibromyalgie-Syndrom eine Leitlinie, die dieses Jahr bereits zum zweiten Mal aktualisiert wird. Mit Ausnahme der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin haben alle großen deutschen Fachgesellschaften dieser Leitlinie zugestimmt.

Dass dennoch manche Ärzte an der Existenz des Fibromyalgie-Syndroms zweifeln, liegt daran, dass die meisten Diagnosen bevorzugen, die z.B. auf Blutuntersuchungen, Röntgendiagnostik  etc. basieren. Es gibt in der Medizin jedoch eine Reihe von Krankheitsbildern, die sich diesem Diagnoseschema entziehen und das Fibromyalgie-Syndrom ist eine dieser Erkrankungen. Hier kann man nur durch ein typisches Beschwerdebild und den Ausschluss anderer Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen könnten, zu einer Diagnose kommen, was manche Mediziner als zu wenig konkret empfinden. Medizinisch gesehen handelt es sich aber dennoch um eine eindeutige Diagnose.

Patienten sollten deshalb wissen, dass es sich um die Privatmeinung eines Arztes handelt, wenn er die Existenz der Fibromyalgie-Syndrom anzweifelt und nicht um die offizielle Meinung der medizinischen Fachgesellschaften.

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