Bitkom-Befragung in der Pharmabranche zur Digitalisierung in der Medizin

Der Roboter im OP-Saal - Medkamenteneinnahme per App - Impantate aus dem Drucker

Neben den drei größten digitalen Medizintrends – Individualisierte Medizin, IT- gestützte Diagnoseverfahren und Telemedizin – gibt es zahlreiche medizinische Verfahren, die dank digitaler Technologien neu entwickelt bzw. optimiert werden können. So werden Operations-Roboter nach Ansicht von 40 Prozent der Befragten künftig alltäglich eingesetzt. Schon heute werden die digitalen Chirurgen zum Beispiel für urologische Eingriffe genutzt, um unter anderem Einschnitte zu verkleinern und so die Wundheilung zu beschleunigen. Therapie-Systeme aus Medikamenten und digitalen Produkten wie Apps, die bei der Einnahme unterstützen, werden nach Ansicht von 34 Prozent der Experten alltäglich eingesetzt werden. Ebenso viele erwarten, dass die Herstellung von Prothesen und Implantaten aus dem 3D-Drucker alltäglich sein wird. Und 29 Prozent denken, dass implantierte Mikrochips für die Medikamenteneinnahme in zehn Jahren zum medizinischen Alltag gehören.

Trotz der großen medizinischen Fortschritte durch die Digitalisierung bleiben Ärzte wichtig, wie die Befragung zeigt. Nur 27 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass digitale Technologien Ärzte in vielen Fällen ablösen. „Mikrochips, Algorithmen oder Roboter können nicht die Erfahrung und Intuition von Ärzten ersetzen. Aber sie können die Mediziner entscheidend unterstützen“, sagte Rohleder.

Neue Geschäftsmodelle in der Pharmaindustrie: Vom Hersteller zum Dienstleister

Infolge der Digitalisierung verändern sich auch Geschäftsmodelle in der Gesundheitswirtschaft. Rohleder: „Pharmaunternehmen werden künftig nicht mehr nur reine Medikamenten-Hersteller sein, sondern weitere Produkte und Dienstleistungen anbieten.“ So sagen 97 Prozent der Befragten, dass sogenannte Lifestyle-Produkte wie Nahrungsergänzungsmittel in zehn Jahren einen bedeutenden Umsatzanteil bei Pharmaunternehmen ausmachen werden. Pharmaunternehmen werden zudem selbst Digitalprodukte wie zum Beispiel Apps, die bei der Medikamenteneinnahme unterstützen, anbieten. Das sagen 93 Prozent der Befragten. Außerdem werden sie auch vermehrt Dienstleistungen erbringen, zum Beispiel Gesundheitsdaten zur Entwicklung von neuen medizinischen Behandlungsformen oder für das Therapiemonitoring auswerten, wie 82 Prozent der Befragten bestätigen. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) sagt zudem, dass die Auswertung von Social-Media- oder App-Daten zu Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten ein verbreitetes Modell sein wird. Die Auswertung dieser Daten kann helfen, Medikamente zu optimieren.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.