Bitkom-Befragung in der Pharmabranche zur Digitalisierung in der Medizin

Trend zu computergestützten Diagnoseverfahren

Eine bedeutende Rolle werden außerdem IT-gestützte Diagnoseverfahren spielen, sogenannte „Decision Support Systeme“. Dabei handelt es sich um Computer, die mit medizinischen Datenbanken verbunden sind und diese in Sekundenschnelle auswerten können. So können sie Ärzten helfen, Krankheitsbilder schneller oder präziser zu erkennen und geeignete Therapien vorschlagen. 76 Prozent der Befragten sagen, dass dieses Szenario in zehn Jahren verbreitet sein wird. „Die medizinische Forschung macht glücklicherweise rasante Fortschritte. Dadurch ist es allerdings für Ärzte selbst in einem kleinen Fachgebiet schwierig, immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Hier können Hochleistungsrechner und Big Data Technologien unterstützen“,  sagt  Rohleder.

Bessere Patientenversorgung durch Telemedizin

Zudem werden nach Ansicht der Experten telemedizinische Verfahren in zehn Jahren eine große Rolle spielen. Alle Befragten erwarten, dass der telemedizinische Austausch eines Mediziners mit anderen Spezialisten wichtig sein wird. Dabei kann beispielsweise ein Hausarzt Röntgenaufnahmen per Videotelefonie gemeinsam mit einem Fachkollegen auswerten. Fast ebenso viele (98 Prozent) gehen davon aus, dass telemedizinisch unterstützte Operationen eine große Rolle spielen werden. In komplizierten Fällen kann so zum Beispiel ein führender Spezialist aus dem Ausland hinzugezogen werden. Die telemedizinische Routineüberwachung des Gesundheitszustands eines Menschen (Vitalparameter) wird nach Ansicht von 97 Prozent der Experten bedeutsam sein. Herz- oder Diabetespatienten übermitteln dabei von Zuhause aus Werte wie EKG, Blutdruck, Gewicht oder Blutzucker elektronisch an einen Arzt. Der behandelnde Arzt kann die Werte auch ohne ständige Praxisbesuche oder Krankenhausaufenthalt seiner Patienten lückenlos überprüfen. 70 Prozent der Experten denken außerdem, dass die Online-Sprechstunde zwischen Arzt und Patient wichtig wird. Diese ersetzt den Arztbesuch nicht, sondern ergänzt ihn, etwa bei Routineuntersuchungen. „Gerade für chronisch kranke oder ältere Menschen sowie für Patienten in dünn besiedelten Regionen kann Telemedizin große Vorteile bringen“, so Rohleder. „Der Patient wird gut versorgt, ohne ständig weite Strecken in Praxis oder Klinik zurücklegen zu müssen. Das bedeutet eine deutliche Verbesserung  der Lebensqualität.“

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