Düsseldorfer Allergietage

Wie kann die Spezifische Immuntherapie (SIT) helfen? Was bedeutet die Diagnose „Kreuzallergie“? Was hilft bei Neurodermitis gegen den Juckreiz? Diese und einer Fülle weiterer Fragen wurden den auf dem Podium anwesenden Allergie-Experten Privatdozent Dr. med. Martin Wagenmann, Geschäftsführender Oberarzt der HNO-Klinik am Universitätsklinikum Düsseldorf, Dr. med. Stefan Meller, Oberarzt der Hautklinik Düsseldorf, Dr. med. Christian Hentschel, Facharzt für Allgemeinmedizin, Allergologie und Naturheilverfahren, sowie Diätassistentin und Ernährungsberaterin Susanne Bilinski,  im Rahmen der 2. Düsseldorfer Allergietage gestellt. Unter dem Motto „Allergiker IN FORM“ hatten Patienten die Möglichkeit, Fragen zum Thema Allergie zu stellen und mit den Experten zu diskutieren. Das Interesse an der Veranstaltung, die 2013 bereits zum zweiten Mal stattfand, war groß - rund 120 Besucher waren der Einladung ins Düsseldorfer Congress Center gefolgt.

Erschreckende Zunahme allergischer Erkrankungen

„Allergische Erkrankungen sind in den zentraleuropäischen Ländern weit verbreitet“, stellte Privatdozent Dr. med. Martin Wagenmann gleich zu Beginn seines einleitenden Vortrags fest.

„So lässt sich anhand einer “Landkarte der Allergien“ deutlich erkennen, dass z.B. in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits ca. jeder dritte Einwohner von einer Allergischen Erkrankung betroffen ist.“ Gleichzeitig zeigen internationale Studien eine steigende Tendenz, „Eine ernst zu nehmende Entwicklung, die nicht bagatellisiert werden darf“ warnt Dr. Wagenmann.

Warum steigt die Zahl der allergischen Erkrankungen?

Zwar sind die Gründe für die stetig wachsende Zahl von Allergien noch nicht abschließend erforscht, aber es gibt bereits eine Reihe von Erkenntnissen darüber. So weiß man heute, dass eine konkrete allergische Erkrankung zwar so nicht vererbt wird, wohl aber die grundsätzliche Disposition an Allergien zu erkranken. Sind beide Eltern Allergiker, steigt das Risiko des Kindes, selbst an Allergien zu erkranken, deutlich an.

Auch zwischen der Umweltverschmutzung und Allergien besteht ein Zusammenhang. Vor allem Diesel-Rußpartikel begünstigen die Entstehung von Allergien.  

Eine gewisse Rolle spielt auch die Psyche - es gibt auch Studie, die darauf hinweisen, dass eine schwierige psychische Verfassung die Symptome der Allergie verstärken können. Diese stärkeren Symptome können auch durch Alkohol- und Nikotingenuss verursacht werden.

Eine weitere Theorie bei der Such nach der Ursache für Allergien ist die sogenannte „Hygiene-Hypothese“. Sie besagt, dass die deutlich besseren hygienischen Bedingungen in westlichen Gesellschaften im Laufe des letzten Jahrhunderts zwar die Zahl der Infektionskrankheiten deutlich reduziert hat, dass dieses Mehr an „Hygiene“ aber auch zu einer stetig steigende Anzahl allergiekranker Menschen führt. Der Grund hierfür: Das Immunsystem wird unter unseren modernen Umweltbedingungen nicht mehr in gleichem Maße mit echten Attacken gefordert und reagiert deshalb auf eigentlich ungefährliche Stoffe mit allergischen Reaktionen.

Interessanterweise ist es jedoch nicht so, dass ein allergischer Mensch ein schwaches Immunsystem hat. Im Gegenteil - das Immunsystem ist bei Allergikern eher hyperaktiv und reagiert auf Stoffe, die gar nicht gefährlich sind. Durch die permanenten Belastungen, die die allergische Erkrankung hervorruft, wird das Immunsystem jedoch geschwächt. Allergiker sind damit anfälliger für Infekte und dadurch kann der Eindruck entstehen, das Immunsystem sei schwächer als bei Nicht-Allergikern.

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