Allergeverein Europa

Dipl. oec. troph. Andreas Steneberg, Voritzender des Allergie-Verein in Europa e.V.

Allergie-Verein in Europa e.V. (AVE): Fokus Allergie und Umwelt

Was empfehlen Sie Menschen, die ihre nächste Umgebung möglichst „allergenarm“ gestalten wollen?

Der AVE e.V. legt bei seinen Empfehlungen Wert auf Umwelt-, Gesundheits- und Allergikerverträglichkeit. Diese Kriterien erfüllt z.B. das Siegel „Allergiker-Gerechtes Produkt“, das vom Institut für Umwelt und Gesundheit (IUG) in Fulda vergeben wird. Ein allergiearmes Wohnen kann nur in Räumen erfolgen, in denen Schadstoffe und natürliche Allergene gleichermaßen auf ein Minimum reduziert sind.

Wir empfehlen:

  • im Wohnbereich schadstoff- und allergenarme Baustoffe und Haushaltsprodukte, sowie ausreichende und gezielte Lüftung
  • im Ernährungsbereich vielfältige und vollwertige Nahrungsmittel überwiegend aus kontrol-liert ökologischem und regionalem Anbau sowie den überwiegenden Verzicht auf zusatz-stoffreiche Fertigprodukte
  • bei der Lebensgestaltung allergenarme weiche Kleidung, heilbringende Bäder, haustierfreie Wohnungen, Bewegung und Atemgymnastik

Was hat sich im Bereich Allergien in den letzten 25 Jahren entwickelt oder verändert?

Trotz besserer Luftqualität, für die zahlreiche Gesetze, Verordnungen und Verbote bundes- und europaweit beigetragen haben, ist die Allergierate nicht gesunken.

Dank besser verträglicherer und wirksamerer Antiallergika, Antihistaminika und spezifischer Immuntherapien hat die Lebensqualität einiger Allergiker sicherlich zugenommen.

Zu beklagen ist jedoch, dass weiterhin eine individuelle und ausreichende Allergie-Diagnostik von den gesetzlichen Krankenkassen unzureichend erstattet wird. Ganz zu schweigen davon, dass eine Schadstoff- und Allergen-Analytik als Diagnose- und Präventionsmaßnahme keine Kassenleistung mehr darstellt.

Der Energiespargedanke mit Versiegelung der Gebäude hat sicherlich auch nicht dazu beigetragen, dass Innenräume Allergiker-freundlicher geworden sind. Es wird weiterhin zu viel desinfiziert, falsch ernährt, stressig gelebt. Zugenommen haben Duftwolken, mit denen der Mensch nicht nur sich, seine Räumlichkeiten und sein Kleidung umnebelt: wir beobachten eine zunehmende Zahl an Duftstoff-Allergien.

Welche Ziele verfolgt der AVE aktuell?

Wir verfolgen weiterhin das Vorsorgeprinzip auch im Bereich von Allergien. Wir bieten unsere Zu-sammenarbeit mit Politik, Industrie, Krankenkassen u.a. an, um Allergene zu identifizieren und deklarieren. Hierzu haben wir eine 400 Substanzen umfassende Liste allergener und sensibilisierender Stoffe erstellt und diese Gesetzgebern und Behörden übergeben. Wir hoffen, dass die Umsetzung in Form von Einschränkungen, Deklarationen und Verboten dieser Substanzen Schritt für Schritt erfolgt.

Wir fordern nicht nur die Politik und Industrie zur Minimierung gesundheitlicher Risiken auf, sondern versuchen (potenzielle) Allergiker zu einer gesunden Lebensführung zu bewegen. Dabei geht der Appell an den gesunden Menschenverstand, Vorbild für umweltgerechtes und enkeltaugliches Verhalten zu sein.

Herr Steneberg, herzlichen Dank für das Interview!

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