Allergologie im Schloss Wackerbarth: Spannende Vorträge & Diskussionen

Die neue SIT-Leitlinie – konkrete Hilfestellung für eine effektive Therapie

Ein wesentliches Merkmal der neuen SIT-Leitlinie ist, dass Tabellen zur Verfügung gestellt werden, in denen für die SIT geeignete Produkte aufgeführt sind. „Neu ist dabei die produktspezifische Beschreibung der Wirksamkeit der SIT, unabhängig von der Applikationsform“ erklärte Prof. Oliver Pfaar, Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden, der bei der Erarbeitung der neuen SIT-Leitlinie eine führende Rolle gespielt hatte.

prof oliver pfaarProf. Oliver Pfaar, WiesbadenEin weiteres Kriterium  zur Aufnahme eines Extraktes in die Tabelle ist die Zulassung durch das Paul Ehrlich Institut. Auch noch nichtzugelassene Extrakte, zu denen aktuell Studien durchgeführt werden, haben Eingang in die Tabellen gefunden. Die Basis hierfür bildet https://www.clinicaltrialsregister.eu. Die Tabellen sollen alle sechs Monate  auf den neusten Stand gebracht und liegen wie folgt vor:

1.    SIT-Produkte – Studien u. Zulassung http://www.dgaki.de/leitlinien/s2k-leitlinie-sit/sit-produkte-studien-zulassung/
2.    Baumpollen SIT-Produkte http://www.dgaki.de/leitlinien/s2k-leitlinie-sit/baumpollen-sit-produkte/
3.    Gräserpollen SIT-Produkte http://www.dgaki.de/leitlinien/s2k-leitlinie-sit/graeserpollen-sit-produkte/
4.    Hausstaubmilben SIT-Produkte http://www.dgaki.de/leitlinien/s2k-leitlinie-sit/hausstaubmilben-sit-produkte/
5.    Clinical Trials Register EU Neuzulassungen http://www.dgaki.de/leitlinien/s2k-leitlinie-sit/clinical-trials-register-eu-neuzulassungen/

Hilfestellung bei der praktischen Durchführung gibt die neue SIT-Leitlinie in Form von Informationsbögen zur Patienteninformation zur subkutanen spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) und zur sublingualen spezifischen Immuntherapie. Dies soll sicherstellen, dass der Patient vor Therapiebeginn über die Therapie, mögliche Nebenwirkungen und die Wichtigkeit der Therapietreue informiert ist und bietet Sicherheit für den behandelnden Arzt und Patienten gleichermaßen.

Allergieversorgung in Deutschland – quo vadis?

dr joachim wichmannDr. Joachim Wichmann, KrefeldEine schlechte Prognose für die Versorgung allergischer Patienten stellte Dr. Joachim Wichmann, Praxis für Hals-Nasen Ohrenheilkunde, Krefeld. Zum einen sorgt der demographische Wandel dafür, dass viele Arztpraxen mangels Nachfolge schließen. Hinzu kommt dass es für Mediziner in bestimmten Fachgebieten, z.B. bei Pädiatrie, Pulmologie und Dermatologie möglich ist, allergologische Leistungen auch ohne eine Zusatzausbildung zum Allergologen anzubieten. In der medizinischen Ausbildung wird die Allergologie nicht ausreichend berücksichtigt und die Zahl der Ausbilder sinkt stetig. Hinzu kommt: Die Vergütung allergologischer Leistungen wird von der Gesundheitspolitik und den gesetzlichen Krankenkassen zunehmend eingeschränkt. „Es ist nachvollziehbar, dass viele Kollegen allergologische Leistungen aus ihrem Angebot streichen bzw. eine Zusatzausbildung gar nicht erst anstreben, so Dr. Wichmann. Die Folge: Allergiepatienten werden zunehmend schlechter versorgt, trotz massiver gesundheitlicher Beschwerden, eingeschränkter Leistungsfähigkeit und volkswirtschaftlicher Schäden, die aus der Nicht-Behandlung allergischer Patienten resultieren.

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