Adjuvans MPL Monophosphoryl-Lipid A

Prof. Harald Renz, Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathochemie, Molekulare Diagnostik am Standort Marburg, Universitätsklinikum Gießen und Marburg

MPL ein neues Adjuvans für Allergenextrakte bei der SIT?

MPL (Monophosphoryl-Lipid A) ein neues Adjuvans für Allergenextrakte

MPL wird aus der Membran gramnegativer Bakterien synthetisiert. Ein wesentlicher Bestandteil der Membran dieser gramnegativen Bakterien ist LPS (Lipopolysacharid). Von einer Komponente des LPS, dem Lipid A, wissen wir, dass es eine starke immunaktivierende Wirkung hat. Diese immunaktivierende Wirkung konnte man auch bei den sogenannten Bauernhof Studien von Prof. Erika von Mutius beobachten, durch die die Hygiene-Hypothese belegt werden konnte.

Die Bauernhof Studien konnten zeigen, dass Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, seltener an Atemwegsallergien erkranken. Als Gründe für diesen Schutz konnten der Konsum nicht pasteurisierter Milch und die auf den Bauernhöfen vorhandenen Bakterien ermittelt werden. Deutlich war ein inverser Zusammenhang zwischen natürlicher LPS-Exposition, die man im Matratzenstaub der Bauernkinder nachgewiesen hat und dem Risiko, Allergien zu entwickeln. Das heißt, je höher die im Matratzenstaub gemessene Anzahl der LPS-Moleküle waren, desto geringer war das Allergierisiko der jeweiligen Kinder. Die Ergebnisse der epidemiologischen Forschung unterstützen hier die Adjuvanzien Forschung.

Für klassische Impfstoffe wird MPL seit 2007 eingesetzt. Zu Wirkmechanismen, Nebenwirkungen und Sicherheitsprofil von MPL hat man deshalb Erfahrungswerte, die bei einem Einsatz für Allergenextrakte hilfreich sind. Zudem gibt es mittlerweile bereits eine ganze Reihe von Studien mit positiven Ergebnissen zum Einsatz von MPL bei Allergenextrakten.

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