Adjuvans MPL Monophosphoryl-Lipid A

Prof. Harald Renz, Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathochemie, Molekulare Diagnostik am Standort Marburg, Universitätsklinikum Gießen und Marburg

MPL ein neues Adjuvans für Allergenextrakte bei der SIT?

Spezifische Immuntherapie – welche Faktoren beeinflussen Therapiequalität und Therapieerfolg?

Ein wichtiger Faktor bei der SIT ist die Qualität des Allergenextraktes, maßgeblich sind hier Faktoren wie die Zusammensetzung der Allergene, deren Herkunft, Reinheit etc..
Ein weiterer wesentlicher Grund für den Erfolg der Hyposensibilisierung ist die Behandlungsdosis. Während sich z.B. die Jahresdosis der natürlichen Allergenbelastung im µg-Bereich bewegt,  arbeitet man bei der SIT mit extrem hohen Allergen-Dosen, um eine gute Wirkung zu erreichen.  So wird in einer Behandlungseinheit ca. die 10-fache natürliche Jahresdosis in nur einer Spritze verabreicht. Die hohe Dosis bei der SIT ist damit Teil des Erfolgs, sie ist jedoch auch die Ursache für die Nebenwirkungen, die insbesondere zu Beginn der Hyposensibilisierung auftreten können.

Einen großen Einfluss auf den Therapieerfolg der SIT haben auch die Adjuvanzien. Sie sind ein weiterer Qualitätsfaktor bei Allergenextrakten, da sie die Reaktion der Abwehrzellen auf das Allergen verstärken können. Zum einen erhöhen Adjuvanzien die „Attraktivität“ des Allergens für die Abwehrzellen. Zum anderen erzielt man so eine Depotwirkung, d.h. das Allergen ist vor Ort länger verfügbar, um eine Immunantwort zu erzielen.

Adjuvanzien – wofür benötigt man sie bei Allergenextrakten?

Adjuvanzien werden in der Medizin schon lange für Impfungen eingesetzt. Bei der Hyposensibilisierung handelt es sich um eine Art „Allergenimpfung“, der ähnliche Konzepte zu Grunde liegen. Dementsprechend kommen Aduvantien auch bei der spezifischen Immuntherapie zur Anwendung.

Bei den ersten Impfungen vor über hundert Jahren verwendete man Sarkosin, eine Aminosäure, als Adjuvans. Später wurde Aluminiumhydroxyd eingesetzt, um den Impfeffekt weiter zu potenzieren. Allerdings weiß man heute, dass Aluminiumhydroxyd allergische Entzündungsreaktionen verstärkt, zumindest im Mausmodell, was unter Experten zu Diskussionen geführt hat.  

Eine Alternative zu Aluminiumhydroxyd ist Monophosphoryl-Lipid A (MPL).

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