Düsseldorfer Allergietage 2015 Patiententag

Prof. Dr. med. Bernhard Homey, Direktor der Hautklinik am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) und Sprecher des UniversitätsAllergieZentrum (UAZ)

Düsseldorfer Allergietage: Was sollten Patienten über Allergien wissen?

Die zweite Form der chronischen allergischen Bindehautentzündungen, die atopische Hornhaut-Bindehautentzündung, steht in Zusammenhang mit einer Atopie, d.h. einer bestehenden Neigung zu Allergien. Jeder vierte Neurodermitiker leidet unter einer Beteiligung der Augen, in der Regel beidseitig. Von der atopischen Hornhaut-Bindehautentzündung sind meist junge Männer mit einer langjährigen Neurodermitis betroffen. Etwa 5 Prozent der Erkrankten hatten in der Kindheit bereits eine Keratokonjunktivitis vernalis. Die Behandlung der atopische Hornhaut-Bindehautentzündung ähnelt der Therapie der Keratokonjunktivitis vernalis – in schweren Fällen kann ein operativer Eingriff nötig werden.

Häufiger kommt die Riesenpapillen Bindehautentzündung vor, die bei ca. 6 Prozent der langjährigen Kontaktlinsenträger auftritt. Ursache sind hier die Ablagerungen auf der Kontaktlinsenoberfläche, die zu allergischen Reaktionen führen können. Das Risiko steigt mit der Tragedauer. Träger von Jahreskontaktlinsen sind deutlich häufiger betroffen als Träger von Kontaktlinsen, die täglich entfernt werden. Ebenso sind Träger weicher Kontaktlinsen etwas gefährdeter, an einer Riesenpapillen Bindehautentzündung zu erkranken, als die Träger formstabiler Kontaktlinsen. Weitere mögliche Ursachen für eine Riesenpapillen Bindehautentzündung sind Augenprothesen oder die Nähte nach einer Augenoperation. Die wichtigste Maßnahme in diesem Fall ist, zunächst auf das Tragen von Kontaktlinsen zu verzichten und nach Ausheilung der Erkrankung gegebenenfalls eine Neuanpassung vorzunehmen.

Nahrungsmittelallergie und –unverträglichkeiten – was ist der Unterschied?

dr stephan braun universitaetsklinikum duesseldorfDr. Stephan Braun, Universitätsklinikum DüsseldorfVielen Patienten ist nicht bewusst, dass es zwei Arten von Nahrungsmittelunverträglichkeiten gibt. “Es gibt zum einen die durch allergische Reaktionen hervorgerufenen Unverträglichkeiten und zum anderen die nicht-immunologisch bedingten Reaktionen, die sogenannten Nahrungsmittelintoleranzen“ unterscheidet Dr. Stephan Braun, Universitätsklinikum Düsseldorf. Auch innerhalb der Nahrungsmittelallergien unterscheidet man zwei Formen, diejenigen, die durch Antikörper hervorgerufen werden und diejenigen, bei denen dies nicht der Fall ist.

Voraussetzung für das Entwickeln einer Nahrungsmittelallergie ist eine Sensibilisierung. Das bedeutet, zu einer allergischen Reaktion kann es erst denn kommen, wenn der Patient  mindestens einmal zuvor Allergenkontakt hatte. Mögliche Symptome sind Schleimhautschwellungen im Mund-Nasen-Rachenraum, Urtikaria, Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle. Besteht eine Neurodermitis, kann der Kontakt zu einem unverträglichen Nahrungsmittelallergen einen Schub auslösen. Ist das Herz-Kreislauf-System betroffen, kann es zu Blutdruckabfall, Atemnot und Schockzuständen kommen, d.h. zu einer Anaphylaxie.

Nahrungsmittelallergie vs. Kreuzallergie: Was ist der Unterschied?

Die häufigsten Allergien entwickeln sich gegen Eiweiße aus Kuhmilch, Hühnerei, Erdnüsse, Baumnüsse und Soja und treten überwiegend bei Säuglingen und Kleinkindern auf. Bis zum Schulalter verlieren sie sich oft von selbst.

Nur 1 bis 2 Prozent der Jugendlichen und Erwachsenen sind von Nahrungsmittelallergien betroffen. Anders als bei den Kindern erfolgt die Sensibilisierung hier nicht über die Magen-Darmwand, sondern über die Atemwege. „Ein Klassiker: Ein Birkenpollenallergiker entwickelt Kreuzallergien auf Äpfel, Karotten, Sellerie, Mandeln und Nüsse“ erklärte Dr. Stepahn Braun, Universitätsklinikum Düsseldorf, „bei Kontakt mit dem Nahrungsmittelallergen kann es zu Schwellungen im Mund-Nasen-Rachenraum kommen, dem sogenannten oralen Allergiesyndrom.“

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