Düsseldorfer Allergietage 2015 Patiententag

Prof. Dr. med. Bernhard Homey, Direktor der Hautklinik am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) und Sprecher des UniversitätsAllergieZentrum (UAZ)

Düsseldorfer Allergietage: Was sollten Patienten über Allergien wissen?

Urtikaria: Hilft eine Pseudoallergenarme Diät?

Bei manchen Urtikaria-Patienten spielen bestimmte Stoffe in Lebensmitteln, sogenannte Pseudoallergene, eine Rolle bei der Symptomauslösung. Zu den Pseudoallergenen gehören z.B. Konservierungsstoffe oder Farbstoffe in Fertigprodukten. Einen Test auf die Unverträglichkeit von Pseudoallergen gibt es nicht, nur eine pseudoallergenarme Auslassdiät, die jedoch nur unter fachlicher Aufsicht durchgeführt werden sollte, kann hier Klarheit schaffen. Ähnlich wie Pseudoallergene könne Biogene Amine, die natürlicherweise in bestimmten Nahrungsmitteln und gereiften oder fermentierten Lebensmitteln vorkommen, Auslöser einer Urtikaria sein. Informationen zur Urtikaria, Auslösern, Symptomen und Therapien finden Patienten auf der Seite www.Urtikaria.net.

Die allergische Bindehautentzündung – quälende Begleiterscheinung der allergischen Rhinitis

dr katharina schroeder allergische BindehautentzündungDr. Katharina Schröder, Universitätsklinikum DüsseldorfEs gibt zwei akute Formen der allergischen Bindehautentzündung, auch allergische Konjunktivitis genannt. Zum einen die saisonale allergische Bindehautentzündung, die nur zu einer bestimmten Zeit auftritt und zum anderen die perenniale allergische Bindehautentzündung, die das ganze Jahr über auftreten kann. Bei der saisonalen allergischen Bindehautentzündung sind Pollen die Auslöser, bei der perennialen Form sind  Hausstaubmilben, Schimmel oder Tiere die Auslöser. „In 95 bis 98 Prozent aller Fälle handelt es sich um akute allergische Bindehautentzündungen, die oft mit einer allergischen Reizung der Nase, einer allergischen Rhinitis einhergehen“ führte Dr. Katharina Schröder, Universitätsklinikum Düsseldorf, aus.

Therapie bei der aktuten allergischen Bindehautentzündung

Bei der Therapie der akuten Formen der allergischen Konjunktivitis steht die Meidung des Allergens an erster Stelle, soweit dies möglich ist. Das regelmäßige Verwenden von Tränenersatzmitteln ist empfehlenswert, weil dadurch die Augenoberfläche gepflegt wird und sich potenzielle Allergene nicht so leicht festsetzen können. Weiter gibt es eine Vielzahl von frei verkäuflichen und rezeptpflichtigen Augentropfen. Dabei dienen Antihistaminika der akuten Symptomlinderung während Mastzellenstabilisatoren eine längerfristige vorbeugende Wirkung haben. Seit einiger Zeit gibt es auch Kombinationsprodukte, die anwenderfreundlicher sind, weil sie seltener angewendet werden müssen. Kortisonhaltige Augentropfen sollten nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden, da Nebenwirkungen wie z.B. der graue oder grüne  Star dadurch schneller auftreten können. Generell empfehlenswert sind nicht konservierte Präparate, die bei längerem Gebrauch besser verträglich sind, als solche mit Konservierungsstoffen.

Chronische allergische Bindehautentzündungen: Keratokonjunktivitis vernalis, atopische Hornhaut-Bindehautentzündung und Riesenpapillen Bindehautentzündung
Neben den akuten Formen gibt es chronische Formen der allergischen Bindehautentzündung. Chronische Formen der allergischen Bindehautentzündung sind die Keratokonjunktivitis vernalis, auch Frühjahrsbindehautentzündung oder Frühjahrskatharr genannt, die atopische Hornhaut-Bindehautentzündung und die Riesenpapillen Bindehautentzündung. „Während die akuten Formen der allergischen Bindehautentzündung harmlos sind, können die chronischen allergischen Bindehautentzündungen sehkraftbedrohend sein!“ so Dr. Schröder.

Die Keratokonjunktivitis vernalis ist eine seltene Augenerkrankung - nur bei  0,1 bis 1 Prozent der Augenerkrankten in Europa leiden darunter. Es handelt sich um eine Erkrankung des Kindesalters, Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen. Bei der Keratokonjunktivitis vernalis findet man auf der Innenseite des Oberlids deutliche Schwellungen, d.h. vergrößerte Papillen, die auf der Hornhaut scheuern und ernsthafte Schädigungen verursachen können. 95 Prozent der Erkrankungen heilen bis zum Erreichen des Erwachsenenalters aus, Im Krankheitsverlauf kann es aber zu ernsthaften Schädigungen des Auges oder einer sogenannten Schwachsichtigkeit kommen, weshalb eine zeitnahe Therapie ausgesprochen wichtig ist. Die Therapie erfolgt unter anderem mit Tränenersatzmitteln, antiallergischen Augentropfen und, in ausgesprochen schweren Fällen, mit  Kortison-Augentropfen oder speziell angefertigten Rezepturen.

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