Was hab ich

Anja Bittner, Mitgründerin "Was hab' ich?"

Was hab’ ich? – ärztliche Befunde „übersetzt“ und verständlich erklärt

Was motiviert diese Helfer bei „Was hab‘ ich?“ mitzuarbeiten?

Die Arbeit bei „Was hab‘ ich?“ ist schon sehr intensiv für ein ehrenamtliches Engagement. Für die Übersetzungsarbeit rechnen wir pro Befund mit 4 bis 5 Stunden. 

Für die Medizinstudenten gibt es zwei Motivationsfaktoren. Zum einen können sie durch die Arbeit bei „Was hab‘ ich?“ sehr nahe am Patienten arbeiten und den Betroffenen eine wertvolle Hilfestellung leisten. Viele Patienten geben auch ein sehr positives Feedback und das motiviert natürlich sehr und gibt auch mehr Sicherheit im Patientengespräch.

Zum anderen lernen die Studenten dadurch selbst sehr viel. Durch die Arbeit an den Befunden lernen sie fachlich dazu. Sie lernen jedoch auch viel über Arzt-Patienten-Kommunikation. Beim „Übersetzen“ von Befunden aus der Medizinsprache in patientenverständliches Deutsch lernen die Studenten, wie man komplexe medizinische Sachverhalte erklärt. Das kommt im Medizinstudium oft zu kurz.

Werden denn die ehrenamtlichen Helfer von „Was hab‘ ich?“ auch bei den eigenen Patienten als verständlicher wahrgenommen?

Das wissen wir, denn zu dieser Frage haben wir in 2012 und 2014 Umfragen durchgeführt. In 2012 gaben 98 Prozent der Befragten an, von der ehrenamtlichen Arbeit bei „Was hab‘ ich?“ profitiert zu haben, 2014 waren es sogar 100 Prozent. Außerdem haben uns auch viele ehrenamtlich arbeitenden Ärzte, die zum Teil schon über 20 Jahre praktizieren, berichtet, dass sie durch die Tätigkeit bei „Was hab‘ ich?“ plötzlich von ihren Patienten auf ihre verständlichen Erklärungen der Diagnosen angesprochen wurden, obwohl sie eigentlich immer davon ausgegangen waren, dass sie gut erklären können. 

Wie bereiten Sie Ihre ehrenamtlichen Helfer auf die Tätigkeit bei „Was hab‘ ich?“ vor?

Zunächst muss jeder Ehrenamtler nachweisen, dass er das 8. Fachsemester eines Medizinstudiums erfolgreich abgeschlossen hat. Danach absolvieren die Freiwilligen ein Tutorial, in dem erklärt wird, was beim leicht verständlichen Erklären medizinischer Sachverhalt zu beachten ist. Ein erfahrener Supervisor arbeitet den Ehrenamtler dann persönlich ein und überwacht auch die ersten „Übersetzungen“ der Befunde bis zur Freigabe durch den Supervisor. Erst nach mindestens fünf „Übersetzungen“ und der Zustimmung des Supervisors arbeitet der Ehrenamtler eigenständig.

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