Düsseldorfer Allergietage 2015

Prof. Dr. med. Bernhard Homey, Sprecher des UniversitätsAllergieZentrums, Düsseldorf

Düsseldorfer Allergietage: Neues aus der Forschung und Praxistipps!

dr stephan meller hautklinik universitaetsklinik duesseldorfUnerwünschte Arzneimittelreaktionen in der Tumorbehandlung

Mit der Weiterentwicklung von Krebstherapien (Small Molecules oder Antikörper-Therapien) kam es auch zu neuen Nebenwirkungen. Dies ist z.B. bei den EGFR-Inhibitoren der Fall, die u.a. zur Behandlung von Bronchial-, Colon-, Pankreas- und Kopf-Hals-Karzinomen eingesetzt werden. Diese Arzneimittelreaktionen gehören zu den pharmakologisch-toxischen Arzneimittelreaktionen und machen 80 Prozent der Arzneimittelreaktionen aus. Bei 90 Prozent der behandelten Krebs-Patienten geht die Therapie mit Hautnebenwirkungen einher. Diese umfassen eine schnellere Hautalterung, Nagelveränderungen, Haarwachstumsveränderungen und Exantheme oder bakterielle Superinfektionen, die die Therapieadhärenz des Patienten beeinträchtigen. „Durch immunmodulatorische bzw. antibiotische Substanzen oder auch die aus der Akne-Therapie bekannten Vitamin-A-Säure-Präparate können diese unerwünschten Arzneimittelreaktionen der Patienten behandelt und die Therapietreue verbessert werden, denn zur Tumortherapie gibt es oft keine Alternative“ so Referent Dr. med. Stephan Meller, Hautklinik, Universitätsklinik Düsseldorf.

prof dr marcus maurer charite universitaetsmedizin berlinChronische spontane Urtikaria: Fortschritte bei Therapie und Management

Es gibt in Deutschland ca. 1 Mio. Patienten mit chronischer spontaner Urtikaria, eine Erkrankung, die mit massivem Juckreiz und manchmal auch Angioödemen einhergeht. Urtikaria ist in der Regel keine lebenslange Diagnose und es kommt meist zur Spontanremission. Die Erkrankung kann jedoch von einigen Wochen bis ca. 7 Jahre lang anhalten und die Lebensqualität der Patienten massiv beeinträchtigen.

„Das Ziel der Urtikaria-Therapie ist es, das Auftreten von urtikariellen Reaktionen von vornherein zu vermeiden“ betonte Prof. Dr. Med. Marcus Maurer, Charité Universitätsmedizin Berlin. Die klassischen Mittel der Wahl, Antihistaminka, auch der 2. Generation, sind aber nicht bei allen Patienten effektiv. Gute Therapieerfolge erzielt man in manchen Fällen mit einer deutlichen Steigerung der Dosis eines Antihistaminikum, ein Verfahren, dass in der neuen Urtikaria Leitlinie empfohlen wird. Die Kombination mehrerer Antihistaminika kann hingegen aufgrund möglicher Drug-Drug-Interaction nicht empfohlen werden.

In schwereren Fällen stehen mit den Wirkstoffen Omalizumab, Cyclosporin und Montelukast drei unterschiedliche Therapieoptionen zur Verfügung, deren gute Wirksamkeit durch Studien belegt wurde. Während für Omalizumab eine Zulassung für Urtikaria besteht, ist die Therapie mit Cyclosporin und Montelukast nur off-label möglich.

Rhinitis allergica – keine Kinderkrankheit!privatdozent martin wagenmann universitaetsklinikum duesseldorf

„Die allergische Rhinitis ist keine Bagatellerkrankung, sondern eine relevante chronische Atemwegserkrankung. Sie ist eine häufige Erkrankung und beeinflusst die Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und Produktivität der Patienten negativ“ betont PD Dr. med. Martin Wagenmann, HNO-Klinik, Universitätsklinikum Düsseldorf zu Beginn seines Vortrags. Zwar sinkt die Allergiehäufigkeit mit zunehmendem Alter, aber auch in höherem Lebensalter sind Allergien nicht selten. Unter der 60jährigen findet man 17 Prozent, unter den über 70jährigen 10 Prozent Allergiker. Unterschiede in Bezug auf die Symptome gibt es zwischen alten und jungen Patienten zwar nicht, die Lebensqualität scheint bei älteren Patienten durch die Rhinitis allergica jedoch stärker eingeschränkt zu sein, als dies bei den jüngeren Menschen der Fall ist. Eine spezifische Immuntherapie kann deshalb gerade für ältere Patienten eine sinnvolle Maßnahme sein.

Allergische Rhinitis und Gefäßerkrankungen: Gibt es Zusammenhänge?

Es gibt Hinweise, dass chronische Entzündungsreaktionen im Körper, die Wahrscheinlichkeit von Gefäßerkrankungen erhöhen können. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen einer Claudicatio intermittens, als Symptom einer Gefäßerkrankung und den Erkrankungen Asthma und Rhinitis. Dabei hat man gesehen, dass die Rhinitis ein stärkerer Risikofaktor bei der Entwicklung einer Gefäßerkrankung war, als das Asthma. Auch in Studien, die Risikofaktoren für Arteriosklerose untersucht haben, zeigte sich dass die allergische Rhinitis ein Risikofaktor sein kann. Zudem hat eine finnische Studie gezeigt, dass Infekte der unteren und oberen Atemwege beim Allergiker häufiger auftreten.

Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung dieser Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass Cookies verwendet werden.