Allergologie im Kloster 2015

Prof. Ludger Klimek, Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden und Tagungsleiter

Allergologie im Kloster: Interdisziplinärer Austausch, Forschung, Praxis

Atopisches Ekzem: Erprobte Maßnahmen und neue Therapieansätze

prof joachim saloga allergologie im klosterProf. Joachim Saloga, Haut- und Poliklinik, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität MainzDie Verbesserung der Barrierefunktion der Haut gilt nach wie vor als Basis der Neurodermitis-Therapie. Dafür eignen sich z.B. Pflegeprodukte, die mit Ceramiden angereichert sind.  Bei bakteriellen Superinfektionen greift man mit möglichst wenig irritierenden Antiseptika ein und die Entzündung bekämpft man mit Calcineurin-Inhibitoren oder Glutikokortikoiden. Auch eine Lichttherapie sowie Schulungen und psychotherapeutische Verfahren können geeignete Therapien sein. Wichtig ist, dass die Therapie dem individuellen Krankheitsbild des Neurodermitis-Patienten angepasst wird. „Zur Stufen-Therapie bei Neurodermitis wird die gerade in Bearbeitung befindliche Leitlinie ausführlich Stellung nehmen“ betonte Prof. Joachim Saloga, Haut und Poliklinik, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zudem gibt es ermutigende Studienergebnisse zur Therapie von Neurodermitis mit dem monoklonalen Antikörper Dupilumab.

Nahrungsmittelallergie und Mastzellenstabilisatoren: Eine Lösung des Problems?

prof johannes ring allergologie im klosterProf. Johannes Ring, Klinik und Poliklinik für Allergologie am Biederstein, TU MünchenLiegt eine Nahrungsmittelallergie vor, wird empfohlen, das auslösende Allergen zu meiden. Medikamente zur Behandlung oder Vermeidung von Symptomen  stehen für Nahrungsmittelallergien aktuell nicht zur Verfügung. „Dabei gibt es seit langem einen Wirkstoff, der in der Vergangenheit zur Therapie von Asthma genutzt wurde, dann aber in Vergessenheit geriet, der Mastzellenstabilisator Dinatriumcromoglycat  (DNCG),“ erklärte Prof.  Johannes Ring, emer. Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München und Gründungs-Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Anaphylaxie - Training und Edukation e. V.“  (AGATE). Dinatriumcromoglycat ist als Wirkstoff zur Mastzellenstabilisierung zugelassen und kann bereits jetzt zur Behandlung von Nahrungsmittelallergien eingesetzt werden. DNCG stabilisiert die Mastzellen und eine Ausschüttung von u.a. Histamin wird dadurch verhindert. Allerdings wirkt DNCG prophylaktisch, d.h. man muss den Wirkstoff vor dem Allergenkontakt anwenden, um allergische Reaktionen zu verhindern. Sind die allergischen Symptome bereits aufgetreten, wirken Cromoclycate nicht mehr. Wichtig für die Patienten ist, dass Cromoclycate nicht resorbiert werden, Nebenwirkungen gibt es daher kaum.

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