Allergologie im Kloster 2015

Prof. Ludger Klimek, Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden und Tagungsleiter

Allergologie im Kloster: Interdisziplinärer Austausch, Forschung, Praxis

Fleischallergie durch Zeckenstiche?

dr joerg fischer allergologie im klosterDr.Jörg Fischer, Universitäts-Hautklinik, TübingenDer noch nicht so lange bekannte Typ der Fleischallergie mit der Bezeichnung „Red Meat Allergy“ stand im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Jörg Fischer, Universitäts-Hautklinik Tübingen. Besteht diese Form der Fleischallergie, kann es zu anaphylaktischen Reaktionen auf das Panallergen Alpha-GAL kommen. Alpha-GAL kommt in Säugetierfleisch, insbesondere im Fleisch von Huftieren wie Rind, Schwein, Lamm, Ziege und Wild, vor.

Das besondere bei der Allergie auf Alpha-GAL: Anaphylaktische Reaktionen treten bei dieser Form der Fleischallergie ca. drei bis sechs Stunden nach dem Fleischverzehr auf. Dies ist bei einer Anaphylaxie ungewöhnlich spät.

Ausgelöst wird die Fleisch Allergie möglicherweise durch Zeckenstiche: „Es gibt Hinweise auf einen kausalen Zusammenhang zwischen Zeckenstichen und der durch Alpha-GAL verursachten Red Meat Allergy“ so Dr. Fischer, „dies zeigen Studien aus Australien, den USA und Europa, sowie eine Studie an knapp 1300 Patienten, an der unsere Klinik beteiligt war.

Präbiotika, Probiotika und Bakterienlysate zur Allergieprävention und -therapie

prof matthias kopp allergologie im klosterProf. Matthias Kopp, Deutsches Zentrum für Lungenforschung, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universität LübeckEinen kritischen Blick auf Präbiotika, Probiotika und Bakterienlysate und deren Wirksamkeit bei der Prävention und Therapie von allergischen Erkrankungen warf Prof. Matthias Kopp, Deutsches Zentrum für Lungenforschung und Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Universität Lübeck.

Hauptkritikpunkt war die heterogene Datenlage, die es schwierig macht, die individuellen Studienergebnisse zu allgemeinen Empfehlungen zusammenzufassen. „Ein präventiver Effekt von Probiotika konnte bislang nur für das atopische Ekzem nachgewiesen dargestellt werden“ betonte Prof. Kopp, „ eine Empfehlung hinsichtlich konkreter Präparate, Applikationsformen und Dauer und Zeitpunkt der Gabe kann aufgrund der Heterogenität der Bakterienstämme und der Studiendesigns nicht gegeben werden.“ Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass zumindest bei den Probiotika der Zeitpunkt der Supplementation eine Rolle spielt, d.h. es könnte ein für die Therapieeffekte relevantes Zeitfenster für die Anwendung von Probiotika geben.

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