Allergologie im Kloster 2015

Prof. Ludger Klimek, Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden und Tagungsleiter

Allergologie im Kloster: Interdisziplinärer Austausch, Forschung, Praxis

„Das volle Programm“ hatte Tagungsleiter Prof. Ludger Klimek, Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, den Teilnehmern versprochen und das Angebot war in der Tat von hoher Qualität. Kapazitäten der Allergologie, neueste Ergebnisse aus der Forschung, praktische Tipps für den allergologischen Alltag und ein lebhafter Austausch über alle Fachdisziplinen hinweg kennzeichneten die Veranstaltung. Bereits zum 11. Mal fand Allergologie im Kloster am 9. Mai in den Räumlichkeiten des Klosters Eberbach statt. „Ich freue mich, dass wir auch dieses Jahr wieder exzellente Redner zu spannenden Themen gewinnen konnten,“ so Prof. Klimek “das Interesse der Teilnehmer an unserer Veranstaltung wächst!“

„Update der ARIA Guidelines“: Was heißt das für Patienten?

prof jean bousquet allergologie im klosterProf. Jean Bousquet, Universität Montpellier, FrankreichARIA steht für Allergic Rhinitis and its Impact on Asthma und bezeichnet eine Initiative von Allergieexperten, die sich speziell mit den Zusammenhängen von allergischer Rhinitis und Asthma beschäftigt. Dabei bemüht man sich kontinuierlich, die Guidelines zur Behandlung der allergischen Rhinitis an die neusten Forschungserkenntnisse anzupassen und eine frühe Diagnose und Behandlung von Asthma bereits in die Therapie der allergischen Rhinitis zu integrieren. „Dabei gewinnt das Thema ‚Stratifizierung des Patienten‘ auch bei der allergischen Rhinitis zunehmend an Bedeutung“ so Prof. Jean Bousquet von der Universität Montpellier in Frankreich „die Behandlung der allergischen Rhinitis wird in Zukunft  individueller und zunehmend auf die Symptomausprägung des Einzelnen abgestimmt sein“.

Allergietests: Wie kommt es zu widersprüchlichen Ergebnissen

prof joerg kleine tebbe allergologie im klosterProf. Jörg Kleine-Tebbe, Allergie- und Asthma-Zentrum Westend, BerlinNicht immer sind die Ergebnisse von Allergietests eindeutig, es kann zu widersprüchlichen Ergebnissen kommen, die die Diagnose erschweren. Dafür kann es eine Reihe von Ursachen geben, die PD Jörg Kleine-Tebbe, Allergie- und Asthma-Zentrum Berlin, in seinem Vortrag ausführlich darstellte.

Um nur einige mögliche Ursachen zu nennen: Ein negativer IgE-Test kann z.B. dadurch zustande kommen, dass das relevante Allergen im verwendeten Testextrakt nicht in ausreichend repräsentiert oder gar nicht vorhanden ist oder dadurch, dass das Testsystem nicht empfindlich genug reagiert.

Auch beim Prick-Test kann es aus diesen Gründen zu falsch negativen Ergebnissen kommen. Mögliche Ursachen sind auch, dass das Haltbarkeitsdatum des Testextraktes abgelaufen ist, oder dass der Patient unter antiallergischer Medikation stand.

Eine Besonderheit stellen die lokale allergische Rhinitis und der Schleimhautschwächling dar. Bei der lokalen allergischen Rhinitis findet man das IgE nicht im Blut, sondern nur lokal in der Nasenschleimhaut.  Beim Schleimhautschwächling kann es zu unspezifischen nicht-allergischen Symptomen durch viele unspezifische Auslöser kommen - es handelt sich dann um eine Überempfindlichkeit der Schleimhäute.

Wichtig zu wissen: Die Aussagekraft  eines positiven Allergietests ist relativ. „Eigentlich ist ‚Allergietest‘ der falsche Begriff“ so Referent PD Kleine-Tebbe, „schließlich messen wir mit der Allergiediagnostik lediglich Sensibilisierungen, die nichts darüber aussagen, ob tatsächlich allergische Symptome auftreten.“

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