Allergieforschung Versorgungsqualität Patienten

werden. Nach anderthalb Jahren Aufklärungsarbeit ist man allerdings noch nicht zufrieden. MeinAllergiePortal sprach mit Prof. Dr. med. Thomas Fuchs, Leitender Oberarzt an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsmedizin Göttingen

Allergie-Spitzenforschung vs. Versorgungsqualität: Wo bleibt der Patient?

Gibt es weitere Hindernisse für eine optimale Versorgung von Allergiepatienten?

Es gibt schon seit 15 bis 20 Jahren Ideen zur Qualitätsoptimierung der Behandlung allergischer Patienten. In den „Stufenplan für Qualitätssicherung in der Allergologie “, der damals der Bundesärztekammer vorgelegt wurde, waren sowohl die Hausärzte als auch die Fachärzte und die Allergologen eingebunden.

Die Abteilung für Qualitätssicherung der Bundesärztekammer hat die Pläne damals zwar sehr gelobt, aber dann wurden sie „schubladiert“ und ignoriert. Das Ergebnis: An deutschen Universitätskliniken findet Hochleistungsforschung statt und die deutsche allergologische Forschung gehört, wenn Sie so wollen,  zur weltweiten „Speerspitze“, aber deutsche Patienten haben nichts davon.
Dahinter steckt auch ein gewisses Proporzdenken. Die Hausärzte, die Internisten, alle haben ihre Lobby. Die Allergologie ist eine Querschnittsdisziplin, d.h. ein Allergologe kann Hals-Nasen-Ohren-Arzt sein, ein Dermatologe, ein Pneumologe, ein Kinderarzt etc.. Die Allergologen sind deshalb in den Vertretungen der jeweiligen Fachärzte eingebunden. Hinzu kommt, dass es im Vergleich nicht so viele Allergologen  gibt. Ein Allergologe hat im Allgemeinen auch kein Sonderbudget für allergische Erkrankungen.

Wahrscheinlich kann aus diesem Dilemma nur ein Facharzt für Allergologie heraushelfen, den es in Deutschland bislang nicht gibt.

Was wäre der nächste Schritt, um diese Situation zu ändern?

Der erste Schritt war die Gründung des Aktionsforums Allergologie. Der nächste Schritt war, mit den entsprechenden Institutionen zu sprechen, was wir auch bereits getan haben. Wir haben Kontakt zu den regionalen Krankenversicherungen und zur Bundesärztekammer als Ausbildungsbehörde aufgenommen. Auch die politischen Mandatsträger und den Bundesgesundheitsminister haben wir angesprochen.

Interessanterweise hört man von vielen Institutionen: Wir tun doch schon so viel für die allergischen Erkrankungen! In der Tat werden zum Teil nationale und europäische Projekte gefördert oder auch Allergie-Projekte von den entsprechenden Ministerien direkt angestoßen. Aber in der Praxis profitiert ein Patient mit Allergien von solchen Projekten eben nicht. Denn die Vielzahl der involvierten Institutionen und deren Aktivitäten, aber auch die unterschiedlichen ärztlichen Interessengruppen erschweren eine gemeinsame Marschrichtung zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten!

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