Regulatorische T-Zellen

Univ.-Prof. Dr. Tobias Bopp, Gruppenleiter am Institut für Immunologie der Universitätsmedizin Mainz

Allergien: Ist die Subpopulation regulatorischer T-Zellen ein Biomarker?

Wie funktioniert der Test auf die Subpopulation regulatorischer T-Zellen in der Praxis?

Der Test ist, wie gesagt, ein Bluttest an Vollblut. Rein technisch handelt es sich dabei um FACS-Analysen, ein physikalischer Prozess, der nicht sehr aufwändig ist. Man benötigt den entsprechenden Antikörper, denn dieser erkennt genau das Molekül, das diese Subpopulation regulatorischer T-Zellen ausmacht. Der Antikörper wird mit einem leuchtenden Molekül, einem Fluorophor markiert, d.h. einer fluoreszierenden Substanz. Wenn der Antikörper dann an das Molekül bindet, kann man das Leuchten mit einem Durchflusszytometer messen. Dieser Test wird mit anderen Antikörpern an allen Kliniken und Laboren standardisiert durchgeführt. Einer schnellen Nutzung des Tests steht damit nichts im Wege. Im Moment überprüfen wir die Einsetzbarkeit des Tests gerade anhand größerer Kohorten.  Dabei untersuchen wir die Einsetzbarkeit bei Allergien, aber auch bei anderen Erkrankungen.

Wie könnte man therapeutisch auf eine frühe Allergie-Diagnose reagieren?

Wenn sich die Subpopulation regulatorischer T-Zellen als früher diagnostischer Marker bestätigt, könnte man bei der Behandlung von Allergien möglicherweise viel früher modulativ eingreifen, z.B. mit der spezifischen Immuntherapie, um den allergischen Marsch oder eine Chronifizierung zu verhindern.

In Ihren Untersuchungen konnten Sie die Hauptfunktion von Treg-Zellen, nämlich die Verhinderung überschießender Immunreaktionen, vorübergehend „abschalten“, was bedeutet das?

Regualtorische T-Zellen lassen sich über ein Molekül „abschalten“, d.h. dass sie ihre Aufgabe, nämlich die Verhinderung einer überschießenden Immunreaktion, nicht mehr wahrnehmen können. Bei einer Allergie ist dies einer der zentralen Mechanismen. Im Zusammenhang mit der spezifischen Immuntherapie geht man davon aus, dass die regulatorischen T-Zellen förderlich sind und Allergien abschwächen können.

Ein Problem entsteht dann, wenn sich das Gleichgewicht zwischen den abschaltbaren und den nicht abschaltbaren regulatorischen T-Zellen zugunsten der abschaltbaren Zellen verändert. Werden die abschaltbaren regulatorischen T-Zellen dann abgeschaltet, befördert dies die Entstehung von Allergien und eventuell auch Autoimmunerkrankungen. Dies konnten wir in unseren Studien nachweisen.

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