Placeboeffekt, Noceboeffekt, Allergien

Prof. Dr. Paul Enck, Professor für Medizinische Psychologie und Forschunsgleiter der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Tübingen.

Placeboeffekt – Noceboeffekt: Was bedeutet das im Hinblick auf Allergien?

Ist auch die Nocebo-Rate bei Allergie-Studien höher?

Über Noceboeffekte weiß man noch recht wenig, vor allem außerhalb von klinischen Studien, weil das "Verschlimmern" von Symptomen gerade bei Patienten natürlich ethisch nicht unproblematisch ist. Ob Noceboeffekte bei Allergikern häufiger sind ist daher nicht belegt. Mir sind nur ein paar Untersuchungen bekannt über Lebensmittelunverträglichkeiten, deren biologische Ursache oftmals nicht nachweisbar ist, z.B. die Zunahme der Laktoseunverträglichkeit oder der sogenannten Glutensensitivität. Beide Phänomene sind klinisch gut untersucht und dokumentierbar, aber es klagen erheblich mehr Leute darüber als diejenigen, die einen gesicherten Mangel des Enzyms Laktase oder eine Zöliakie haben. Was dahinter steckt, ist allerdings nicht gut untersucht.

Gibt es andere Zusammenhänge zwischen Allergien und psychischen Phänomenen?

Wie viele Erkrankungen reagieren auch allergische Symptome auf Belastung ("Stress") im positiven wie im negativen Sinn. Auch ist bekannt, dass manche allergischen Reaktionen sich durch "Schlüsselreize" auslösen lassen, im Sinne einer Pavlowschen Konditionierung.

Herr Prof. Enck, herzlichen Dank für dieses Interview!

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