Senkt Rohmilch Allergierisiko?

Dr. Georg Loss vom Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München

Senkt Rohmilchkonsum das Allergierisiko? Schutz vor Atemweginfektionen?

Der Einfluss von unterschiedlich behandelter Milch auf die Gesundheit bzw. auf die Entstehung von Allergien wurde in der PASTURE Studie untersucht. Dafür wurde eine Geburtskohorte mit 983 Kindern aus ländlichen Regionen über ein Jahr beobachtet. An der Studie waren Kinder aus Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland und der Schweiz beteiligt. Das Ergebnis war verblüffend. Je weniger behandelt die Milch war, die die Kinder konsumierten, umso weniger hatten sie Erkrankungen wie Schnupfen, Atemwegsinfekte, Fieber und Mittelohrentzündungen. MeinAllergiePortal sprach mit Dr. Georg Loss vom Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München und Erstautor der Publikation über die PASTURE Studie und mögliche Konsequenzen der Studienerkenntnisse für die Prävention allergischer Erkrankungen.

Herr Dr. Loss, Sie haben in der PASTURE Studie die Effekte von roher Rohmilch, erhitzter Rohmilch, pasteurisierter Milch und H-Milch auf die Gesundheit der Säuglinge untersucht. Wie sehen die Ergebnisse aus?

In unserer ländlichen Studienpopulation haben wir beobachtet, dass Kinder, die unbehandelte Kuhmilch vom Bauernhof tranken, ein deutlich niedrigeres Risiko für Schnupfen, Atemwegsinfekte, Fieber und Mittelohrentzündungen hatten als Kinder die kommerziell hocherhitzte Milch tranken (H-Milch). Ihr Risiko an Atemwegsinfektionen zu erkranken sank um 30 Prozent, wobei ein noch stärkerer Effekt auf Mittelohrentzündungen zu beobachten war.

Wenn die Eltern die Milch vom Bauernhof vor dem Verzehr jedoch erhitzten, schwächten sich die Effekte etwas ab. Dies deutet darauf hin, dass hitzeempfindliche Inhaltstoffe der Milch für den Schutz verantwortlich sein dürften.

Auch pasteurisierte Milch, die industriell erhitzt wird, schützte noch vor fieberhaften Erkrankungen, während dieser Effekt bei H-Milch gar nicht mehr bestand. Wichtig ist, dass die Ergebnisse unabhängig von anderen möglichen Einflussfaktoren wie dem Stillen und der Ernährung der Kinder waren.

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