ATOS Klinik Heidelberg Kinderasthma

Dr. Verena Mandelbaum

ATOS Klinik Heidelberg: „Pusten statt Husten“ beim Tag der offenen Tür

Wenn das Kind hustet – was ist „normal“?

Auch ein Husten ist im Rahmen eines Infektes bei Kindern nichts Ungewöhnliches. Tritt der Husten jedoch auch permanent außerhalb eines akuten Infektes auf, sollten Eltern der Ursache auf den Grund gehen. „Oft höre ich von den Eltern: Mein Kind hustet nur beim Rollerfahren“ aber Husten unter Belastung ist durchaus nicht „normal“ betont Dr. Mandelbaum „und auch tägliches morgendliches Abhusten über längere Zeitist ein Alarmzeichen!“

Allergiediagnose beim Kleinkind – wie funktioniert das?

Normalerweise wird zur Allergiediagnose häufig der Prick-Test eingesetzt, bei dem die Reaktion des Patienten auf das Allergen durch das Aufbringen eines Allergenextraktes auf die Haut mit anschließendem Einritzen der Haut getestet wird. Für kleine Kinder ist diese Prozedur immer sehr belastend, ein Bluttest ist dann die bessere Maßnahme. „Selbst kleine Kinder tolerieren vertragen eine Blutabnahme gut, die meisten Kinder weinen kaum und freuen sich auf ein buntes Pflaster und eine kleine Belohnung“ betont Dr. Mandelbaum, „viele finden es sogar ganz spannend, wenn ich ihnen dann ihr Blut im Glasröhrchen zeige!“ Im Blut können durch die Bestimmung von spezifischen Immunglobuline E einzelne Sensibilisierungen identifiziert werden, und durch zusätzliche Bestimmung rekombinanter Allergene Kreuzallergien oder das Ansprechen auf eine Hyposensibilisierungstherapie abgeschätzt werden. Die Aussage aufgrund der Blutuntersuchung ist wesentlich umfangreicher als der Prick-Test. 

Hyposensibilisierung bei Allergien – Spritze oder Tablette?

Steht die Diagnose „Allergie“ fest, gilt es zu verhindern, dass die Allergie „die Etage wechselt“ d.h. dass sich z.B. aus einer allergischen Rhinitis ein allergisches Asthma entwickelt. Auch Polysensibilisierungen, d.h. die Entstehung weiterer Allergien sollte möglichst verhindert werden.

Zurzeit ist die Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt, die einzige Behandlung, die diese Ziele erreichen kann. Bei der Hyposensibilisierung werden dem Patienten in regelmäßigen Abständen über einen Zeitraum von ca. drei Jahren, kleinste Allergenmengen zugeführt. Das Ziel der Behandlung: Das Immunsystem soll sich langsam an das Allergen gewöhnen, damit bei zukünftigem Kontakt allergische Symptome ausbleiben. „Bei 80 Prozent meiner Patienten ist die Behandlung erfolgreich und bei einigen meiner ersten Patienten wirkt die Therapie sogar noch nach über 10 Jahren!“ betont Dr. Mandelbaum, „aber dennoch sollte man nach einer Hyposensibilisierung  jährliche Kontrollen während der Saison des Allergens nicht scheuen.

Möglich sind bei der spezifischen Immuntherapie zum einen eine Spritzentherapie und zum anderen eine sublinguale Immuntherapie, bei der das Allergen unter die Zunge verabreicht wird. Welche Therapie für welches Kind die richtige ist, hängt zu einen vom Alter des Kindes und zum anderen vom jeweiligen Allergen ab. „Je früher man mit der Hyposensibilisierung beginnt, umso besser“ stellt Dr. Mandelbaum fest „denn Gegensatz zu früheren Vermutungen „verwächst“ sich eine Allergie bei Kindern nicht. Neue Studien haben vielmehr gezeigt, dass Patienten, die schon als Kind Beschwerden hatten, als Erwachsene einen anderen Arzt aufsuchen und hier fehlt dann der Austausch!“

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