educcare kita Allergie Intoleranz

Claudia Büttner, Pressereferentin bei educcare

educcare: Kitas für Kinder mit Nahrungsmittelallergien und Intoleranzen

Bei Zöliakie gibt es das spezielle Problem der Kontamination. Wie sind Sie konkret vorgegangen bei der Einführung der glutenfreien Betreuung?

Information und Absprachen mit der Familie bzw. den Eltern des betroffenen Kindes standen natürlich an erster Stelle. Dann die Einbindung der Küche, Prüfung des Machbaren, Kostenklärung soweit erforderlich mit dem Träger und letztendlich die Einbindung des gesamten Teams.

Die Kosten für glutenfreie Nahrung sind natürlich höher. Ein glutenfreies Brot beim Bäcker z. B. kostet über fünf Euro. Auf der anderen Seite bietet unser Essenszulieferer einige glutenfreie Menüs an, die fast kostenneutral sind oder die Eltern bringen Produkte mit, die ihnen besonders wichtig sind. Daher können wir die Versorgung des Kindes in unserer Einrichtung innerhalb der geltenden Essenspauschale abbilden.

Dies kann für andere Einrichtungen  abhängig von den jeweiligen Förderbedingungen und Kostenstrukturen anders aussehen und muss im Einzelfall geprüft und entschieden werden.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Betreuung von Kindern mit Zöliakie oder anderen Unverträglichkeiten gemacht?

Aufgrund unseres Konzeptes und der entsprechenden Haltung der Erzieher/innen stellt Zöliakie kein „Problem“ dar. Auch ist die geforderte Ernährung bei den heutigen Angeboten an glutenfreien Produkten in den Supermärkten leicht umzusetzen.

Kennzeichnen der Lebensmittel und Anrichten der glutenfreien Nahrung auf einem separaten Tablett können sicherstellen, dass keine Vermischung passiert. Und die Kinder akzeptieren – anders als Erwachsende oft denken – „Sonderregelungen“ leicht und erleben diese eher als „normal“ bzw. bereichernd. Essen ist eben auch ein gutes Übungsfeld für Toleranz.

Aus unserer Erfahrung kann sich jede Einrichtung eine Lösung finden. Entscheidend sind:

•    ein unterstützender Träger (z. B. für Schulungsangebote, Ernährungsbegleitung durch Fachkräfte),
•    ein lösungsorientiertes Team (im Sinne einer Dienstleistung)
•    und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern und ggf. weiteren Beteiligten.

Frau Büttner, herzlichen Dank für dieses Interview!

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