Allergie Intoleranz Patiententag

Auditorium Allergie Patiententag 2014 in WIesbaden

Allergie-Patiententag Wiesbaden – über 150 Interessierte informierten sich!

Prof KlimekInsektengiftallergien: Wenn ein Stich tödlich sein kann…

Nicht jeder Insektenstich muss tödlich enden. „Besteht jedoch eine Allergie gegen Insektengift, ist ein sorgsamer Umgang mit der Erkrankung aber unbedingt angebracht“, eröffnete Prof. Ludger Klimek vom Allergiezentrum Wiesbaden seine Präsentation.  

Insektengift-Allergene können eine Vielzahl von Reaktion des Immunsystems hervorrufen. Symptome können dabei lokal an der Einstichstelle auftreten, kommt es jedoch zu Symptomen wie Nesselsucht oder gar Schwellungen an anderen Organsystemen, insbesondere zu Schwellungen im Hals-Rachenbereich oder Kreislaufversagen, kann dies problematisch sein. Kommt es zu systemischen Reaktionen am und im ganzen Körper, wie Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit, Atembeschwerden und Ohnmacht können dies ernste Warnzeichen für den gefürchteten anaphylaktischen Schock sein, die einen Notarzt erforderlich machen. „Immer, wenn es nach einem Insektenstich zu Symptomen kommt, die über die Norm hinausgehen, ist es unbedingt zu empfehlen, einen Allergietest durchzuführen“ betont Prof. Klimek, „fast jeder 5. Deutsche reagiert auf Insektengift stärker als normal und 2 bis 5 Prozent der Deutschen sind wirklich gefährdet!“

Die erste Maßnahme für Insektengift-Allergiker lautet: „Allergenmeidung! Sind nach einem Insektenstich jedoch schwere systemische Reaktionen aufgetreten, ist eine ursächliche Behandlung der Insektengiftallergie über eine spezifische Immuntherapie angeraten. Ähnlich wie bei der Behandlung der allergischen Rhinitis wird bei der Insektengift-Hyposensibilisierung das Immunsystem gegen das relevante Allergen desensibilisiert, so dass ein Insektenstich nicht mehr zu den gefürchteten Symptomen führen kann. „Diese Therapie ist ausgesprochen erfolgreich,“ so Prof. Klimek, „zahlreiche weltweit durchgeführte Studien haben dies  gezeigt.“

 PD Staubach Wenn die Haut brennt: Urtikaria (Nesselsucht) und Angioödem                                                    

 

Quaddeln, quälender Juckreiz, brennende Haut, Röte, Hitzegefühl und Schwellungen (Angioödeme), z.B. an Lippen und Augen, diese Symptome kann eine Urtikaria auslösen. „Für die Betroffenen, das sind weltweit 80 Mio. Menschen, kann eine Urtikaria die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Es kann sogar zu Depressionen kommen, und dies wiegt für die Patienten oft schwerer als die eigentlichen Symptome“ führte Privatdozentin Petra Staubach, Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, in ihr Vortragsthema ein. Folgen einer Urtikaria können z.B. auch Probleme mit dem Partner, Schlafstörungen oder eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit sein.

Oft haben Urtikaria-Patienten einen langen Leidensweg hinter sich, bevor eine Diagnose gestellt wird. Selbst dann wird gerade der Aspekt „Lebensqualität“ viel zu oft unterschätzt und die Erkrankung bagatellisiert. Um die öffentliche Wahrnehmung für das Krankheitsbild Urtikaria zu sensibilisieren und zu zeigen, wie viele Menschen von den unterschiedlichsten Formen von Urtikaria oder Angioödem betroffen sind, wurde am 1. Oktober 2014 der 1. Welt Urtikaria Tag ins Leben gerufen, zu dem weltweit Veranstaltungen zum Thema Urtikaria stattfanden, u.a. auch an der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz. „Wir wollten darauf aufmerksam machen, dass es sich bei der Urtikaria um eine ernstzunehmende schwere chronische Erkrankung handelt“ so Privatdozentin Staubach.

Ist die Diagnose gestellt, können in bestimmten Fällen histaminarme oder pseudoallergenarme Diäten helfen, die allerdings mindestens zwei bis drei Wochen durchgeführt werden müssen, damit eine positive Wirkung eintritt. Medikamentös wird die Urtikaria mit Antihistaminika der neuen Generation behandelt. Für Patienten, die auf die Antihistaminika-Behandlung nicht ansprechen steht der bereits im Zusammenhang mit der Behandlung von schwerem Asthma genannte Wirkstoff „Omalizumab“ nun auch für Urtikaria-Patienten als eine hochwirksame Therapieoption zur Verfügung.

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