Muttermilch Allergie

Ass.-Prof. PD Dr. Thomas Eiwegger, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde an der Universitätsklinik Wien

Muttermilch und Allergie: Hilft das Stillen dabei Allergien zu vermeiden?

Was kann man tun, wenn ein hohes Allergierisiko besteht, aber die Mutter nicht Stillen kann?

Bei den Hochrisikokindern gibt es Studiendaten der deutschen GINI-Studie die zeigen, dass die Verwendung von partiell und extensiv hydrolisierten Nahrungen in Bezug auf das Allergierisiko einen Vorteil gegenüber der Ernährung mit Kuhmilch bringt. Auch hier sind die Effekt aber nicht so klar belegt, dass diese Nahrungen von allen Fachgesellschaften empfohlen werden.

Für Kinder, die bereits eine Allergie entwickelt haben, gibt es die Möglichkeit extensiv hydrolysierte Nahrungen oder Aminosäuregemische zu verwenden.

Gibt es Faktoren, die die positiven Effekte des Stillens negativ beeinflussen oder gar zunichtemachen können?

Kinder die ein genetisches Risiko für Allergien haben, tragen immer ein größeres Allergierisiko, unabhängig von der Muttermilchernährung.  

Für die Entwicklung eines Asthmas ist Rauchexposition ein sehr hoher Risikofaktor, der durch Stillen allein nicht kompensiert werden kann.

Weiters sind Umweltfaktoren entscheidend. Die Bauernhof- Studien haben untersucht, warum Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen – direkt und nicht in der Nachbarschaft - weniger Allergien haben als Stadtkinder oder solche die im ländlichen Bereich aber eben nicht am Bauernhof aufwachsen. Dies ist nur ein Beispiel für epidemiologische Studien die Umweltfaktoren mit Allergien in Zusammenhang bringen. Welche Faktoren im Detail aber den Unterschied ausmachen und somit auch für die Vermeidung von Allergien eingesetzt werden könnten weiß man jedoch nicht.

Bevor der Körper mit einer Immunantwort reagiert, muss er mehrere Signale empfangen. Eines dieser Signale ist das Allergen, aber gleichzeitig müssen wahrscheinlich noch drei bis vier andere Signale gleichzeitig auftreten, um eine allergische Reaktion auszulösen.

Herr Privatdozent Eiwegger, herzlichen Dank für dieses Gespräch!

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