Allergie Campuskita Osnabrück

Christiane Harig, der Leiterin der CampusKita des Studentenwerks Osnabrück

Allergien und -intoleranzen: Kein Problem für die CampusKita Osnabrück!

Nussfrei, eifrei, kosher, halal? Eine KiTa, die auch nur eines dieser Angebote machen kann, ist eine Seltenheit. Bei der CampusKita Osnabrück ist das anders, denn sie bietet für alle Kinder eine Betreuung, egal ob ein Kind an einer Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit leidet oder ob eine spezielle Kost aus anderen Gründen nötig ist. Diese außergewöhnliche Einrichtung gehört damit auch zu den wenigen Kitas, die sich auf anaphylaktische Kinder eingestellt hat. MeinAllergiePortal sprach mit Christiane Harig, der Leiterin der CampusKita des Studentenwerks Osnabrück über ihre Erfahrungen und die organisatorischen Voraussetzungen.

Frau Harig, seit wann ist die CampusKita Osnabrück eine Einrichtung, die auf alle Allergien und Unverträglichkeiten Rücksicht nimmt?

Die CampusKita ist eine ganz neue Einrichtung. Für uns war es von Anfang an wichtig zu wissen, ob bei Kindern, die wir betreuen, Unverträglichkeiten oder sogar Allergien vorliegen. Wir sind erst im Sommer 2012 an den Start gegangen und haben im Rahmen der Vorbereitungsphase die Vertragsunterlagen sehr gewissenhaft erstellt. Bereits im Vertrag fragen wir ab, ob und gegebenenfalls welche Unverträglichkeiten und Allergien bei den angemeldeten Kindern vorliegen.

Das ist deshalb besonders wichtig, da wir eine eigene Köchin in der KiTa haben, die dies bei der Essensplanung berücksichtigen muss, aber auch alle Kolleginnen müssen informiert sein und eine besondere Aufmerksamkeit und Umsicht zeigen.

Und viele Eltern geben an, dass ihre Kinder unter Allergien leiden?

Viele Eltern füllten aus, dass bei ihrem Kind eine Allergie vorliegt. Fester Punkt in unseren Aufnahmegesprächen ist, dies mit Eltern noch einmal genauestens zu erörtern. Es stellte sich heraus, dass die meisten Eltern den gravierenden Unterschied zwischen Unterverträglichkeit und Allergie nicht kannten und daher nicht unterschieden. Die hohe Anzahl der zu dem Zeitpunkt gemeldeten Allergien konnte somit stark reduziert werden. So betreuten wir im ersten Jahr ein Kind mit einer Eiweißallergie, und ein Kind mit einer Erdnussallergie. In allen weiteren Fällen handelte es sich um Unverträglichkeiten.

Sehr verbreitet scheint heute Lactose-Intoleranz zu sein. Die sind für die Kinder natürlich auch nicht schön, da Kinder mit Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfällen auf Lactose reagieren können. Hierauf haben wir uns dann bei den betreffenden Kindern auch eingestellt.

Nicht selten bitten uns Eltern auch um Unterstützung wenn es darum geht herauszufinden, was die Ursache für die Bauchschmerzen ihres Kindes ist. Dann bekommen diese Kinder eine Zeit lang auch lactosefreie  Kost oder es werden im Ausschlussverfahren verschiedene andere Lebensmittel weggelassen. Wenn dann Bauchschmerzen und Durchfälle wieder aufhören, deutet dies auf eine entsprechende Unverträglichkeit hin. Leider haben wir es  auch erlebt, dass ein Kind uns als lactoseintolerant gemeldet war, wir es dann aber am Nachmittag sogar mehrmals mit den Eltern mit einem Eis in der Hand sahen… Das ärgert uns dann schon, weil wir unsere Eltern ernst nehmen mit dem was sie uns mitteilen und jede der zu bedenkenden Besonderheiten auch Mühe bedeutet bzgl. des Essens, insbesondere für unsere Köchin. Wenn wir uns bemühen die Besonderheiten einzuplanen, ist es enttäuschend zu sehen, wenn Eltern es selber gar nicht so genau nehmen…

Bei den Unverträglichkeiten geht es nicht nur um das Essen. Wir kaufen z.B. die Windeln ein und werden beliefert. Manche Kinder haben empfindliche Haut und kommen nur mit einer bestimmten Windelmarke zurecht. Was bei Windeln anfängt, hört bei Feuchttüchern und Sonnencremes noch lange nicht auf. Verzicht auf Schweinefleisch, koscheres Essen, oder halal -Geschlachtetes werden heutzutage nachgefragt und als selbstverständlich erwartet.

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