Schweizerischen Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF)

SIAF-Direktor Prof. Dr. med. Cezmi A. Akdis

Allergie-Spitzenforschung am Schweizerischen Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF)

Das Schweizerische Institut für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF) wurde 1988 gegründet. Geforscht wird am SIAF über Allergien und Asthma und dies auf höchstem wissenschaftlichem Niveau. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Immunologie, Dermatologie, MolekulareAllergologie, MolekulareImmunologie und Impfstoffentwicklung. Eine enge Zusammenarbeit besteht zwischen dem SIAF und CK-CARE, einem Projekt der Kühne-Stiftung. MeinAllergiePortal sprach mit SIAF-Direktor Prof. Dr. med. Cezmi A. Akdis über den aktuellen Forschungsstand in der Allergologie und offene Fragen.

Herr Prof. Akdis, welches sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Erkenntnisse zu Asthma und Allergien aus den Forschungsarbeiten des SIAF der letzten Jahre?

Die erste wichtige Erkenntnis der SIAF-Forschungen betrifft die molekularen Mechanismen, die der Immuntoleranz zugrunde liegen. Wir leben ja in einer Umwelt, die von unserem Immunsystem eine Toleranz gegenüber den unterschiedlichsten Umweltproteinen verlangt. Mit "Umweltproteinen" meine ich z.B. Allergene, Antigene in Nahrungsmitteln oder Probiotika.  

Im 1996 hat das SIAF begonnen, diese molekularen Mechanismen zu untersuchen und konnte in zahlreichen Fällen nachweisen, welche molekulare bzw. andere Mechanismen bei der Immuntoleranz gegenüber Allergenen beteiligt sind. Daraus sind 300 Publikationen entstanden und die Arbeiten des SIAF wurden über 15.000 Mal zitiert.

Ein zweites wichtiges Forschungsfeld des SIAF sind die Mechanismen, die Erkrankungen wie Asthma und atopischer Dermatitis (Neurodermitis) zugrunde liegen – dazu gehören auch die Entzündungsmechanismen. Hier konnten wir im Jahr 2000 erstmals nachweisen, welche Mechanismen zur Entstehung der Ekzeme beitragen bzw. diese begünstigen. Ekzeme sind ein wesentlicher Bestandteil des Krankheitsbildes der atopischen Dermatitis und wir konnten zeigen, welche Prozesse sich auf molekularer Ebene abspielen. Ähnliche Mechanismen konnten wir auch bei Asthma, und bei chronischer Sinusitis nachweisen - ein bedeutender Schritt in der Allergieforschung.

Ein drittes zentrales Ergebnis der Forschungsarbeiten des SIAF sind unsere Erkenntnisse im Hinblick auf Histamin. Histamin ist maßgeblich an allergischen Reaktionen beteiligt. Hier konnten wir erstmals nachweisen, dass es neben dem bekannten Histamin-H1-Rezeptor, der an den besagten allergischen Reaktionen beteiligt ist, noch einen "nicht-allergenen" Histamin-H2-Rezeptor gibt. Der Histamin-H2-Rezeptor könnte sogar einen positiven Effekt haben und eine Rolle bei der Entwicklung einer Immuntoleranz spielen. Damit schließt sich der Kreis, denn diese Rezeptoren verfügen über eine nur relativ niedrige Affinität. Zuerst bindet das Histamin an den Histamin-H1-Rezeptor an und dies löst die allergischen Symptome aus. Wenn das Histamin dann an den Histamin-H2-Rezeptor bindet, kontrolliert dies wiederum das Ausmaß der Symptome. Diesen Effekt könnte man sich bei der Entwicklung neuer Medikamente zu Nutze machen.

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