Allergologie im Kloster Eberbach

Allergologie im Kloster Eberbach

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Lokale allergische Rhinitis – ein neues Krankheitsbild?

Nicht immer lässt sich die Diagnose "allergische Rhinitis", die aufgrund der Symptomatik klar erscheint, durch den üblichen Prick-Test oder IgE-Test bestätigen. Waren diese Testungen negativ, lautete die Diagnose in der Vergangenheit deshalb häufig "Nicht-allergische Rhinitis".

Mittlerweile hat sich jedoch gezeigt, dass es auch eine lokale allergische Rhinitis (LAR), eine Sonderform der allergischen Rhinitis gibt, die mit der herkömmlichen Allergiediagnostik nicht nachgewiesen werden kann. Erst der Nachweis von IgE im Nasensekret bzw. ein positiver nasaler Provokationstest ermöglichen eine Diagnose der lokalen allergischen Rhinitis (LAR). "Für den Patienten ist dies von großer Bedeutung", erläutert Kongressleiter Prof. Klimek, "zum einen, weil er so 'sein' Allergen meiden kann, zum anderen, weil die Möglichkeit einer ursächlichen Therapie in Form einer Hyposensibilisierung besteht."

Allergieversorgung - bekommen Allergiepatienten die richtige Behandlung?

Die Zahlen sind alarmierend! Sowohl die Prävalenz von Allergien, d.h. die Anzahl der Allergiker, als auch die Zahl der Sensibilisierungen, d.h. die Zahl der Menschen, bei denen ein erhöhtes Allergierisiko besteht, steigen. Damit einher geht zum einen eine erheblich verminderte Lebensqualität bei den Betroffenen. Zum anderen sind hohe Kosten für Gesundheitswesen und Volkswirtschaft die Folge, denn Allergien können zu verminderter Leistungsfähigkeit und Arbeitsausfällen führen.

Gleichzeitig sinkt die Zahl der Patienten, die gemäß den offiziellen Leitlinien behandelt werden. Diese empfehlen als einzige ursächliche Behandlung bei Allergien die spezifische Immuntherapie oder Hyposensibilisierung, auch bekannt als Allergie-Impfung. Untersucht wurde dies in einer Studie, die im Auftrag des AeDA anhand der Abrechnungsziffern der kassenärztlichen Bundesvereinigung aus vier Jahrgängen (2007–2010) mit je zehn Millionen Versicherten durchgeführt wurde, der sogenannten Wasem-Studie. "Angesichts dieser Entwicklung ist es ein Skandal, dass die Gesundheitspolitik aktuell alles tut, um diese negative Entwicklung noch zu verstärken" so Prof. Klimek, "Die Wasem Studie hat auch gezeigt, dass fehlende Vergütungsanreize dazu führen, dass die Anzahl der Mediziner, die eine allergologische Zusatzausbildung absolvieren, kontinuierlich abnimmt." "Es überrascht nicht, dass Allergien in Deutschland oft gar nicht erst diagnostiziert werden" so Klimek, "das vordringliche Ziel des im Herbst letzten Jahres gegründeten Aktionsforum Allergologie ist deshalb die Schaffung von angemessenen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen für Allergiediagnostik und –therapie."

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