Allergie: Frankfurter Allergologenrunde trifft sich an der Uniklinik

Bessere Allergenbestimmung schließt diagnostische Lücken bei der Diagnose von Insektengiftallergien

Der Vorteil der rekombinanten Allergendiagnostik besteht darin, dass sie nicht nur das Allergen allgemein identifiziert, sondern die exakte Allergenkomponente. Dadurch wird es in vielen Fällen möglich, diagnostische Lücken des bisher üblichen Testverfahrens RAST zu schließen, insbesondere im Hinblick auf Kreuzreaktivitäten. Dies ermöglicht z.B. bei Patienten, die nach einem Bienenstich, eine Doppelsensibilisierung gegen Bienengift und Wespengift gleichermaßen entwickelt haben, das relevante Allergen nachzuweisen, um eine exakte Auswahl der Spezifischen Immuntherapie festzulegen. Mittlerweile wurde für die wichtigsten Allergene eine Vielzahl rekombinanter Einzelallergenmoleküle identifiziert und steht zur Diagnose zur Verfügung.

Exaktere Karenzempfehlungen und genauere Spezifische Immuntherapie (SIT) bei Nahrungsmittelallergien wie der Allergie auf Hülsenfrüchte, WDEIA und Kreuzreaktivitäten

Auch für Nahrungsmittelallergien, wie z.B. Allergien auf Hülsenfrüchte, die eine ausgesprochene Kreuzreaktivität zeigen, ermöglicht die Molekulare Allergiediagnostik eine genauere Diagnose im Sinne des Patienten. Der Vorteil liegt hier in einer besseren Risikoeinschätzung für schwere systemische Reaktionen, d.h. für eine Anaphylaxie. Auch lässt sich durch die rekombinante Allergendiagnostik z.B. zwischen einer "echten Sojaallergie" und einer Kreuzreaktivität auf Birkenpollen und einem damit einhergehenden Oralen Allergiesyndrom differenzieren. Patienten profitieren dadurch von einer besseren Beratung bei der Allergenkarenz bzw. einer besseren Auswahlmöglichkeit des verursachenden Allergens für die der Spezifischen Immuntherapie (SIT).

Dies gilt auch für die Weizenallergie bei der die Molekulare Allergiediagnostik eine bessere Diagnose ermöglichen kann. Ein Beispiel ist die seltene und bisher in manchen Fällen schwer diagnostizierbare WDEIA, die weizenabhängige anstrengungsinduzierte Anaphylaxie, bei der anaphylaktische Reaktionen nur in Kombination mit dem Verzehr von Weizen unter bestimmten Begleitumständen wie Anstrengung, Alkohol, Infekten etc. auftreten.  

Bessere Diagnose bei Anstrengungsasthma durch den Laufbandtest in der Kaltluftkammer

Eine verbesserte Diagnosemethode bei Anstrengungsasthma stellte Dr. med. Dr. med. habil. Johannes Schulze, Stellv. Leiter des Schwerpunkts Allergologie, Pneumologie und Mukoviszidose der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitäts-Klinikum Frankfurt der Goethe Universität, vor.

Bei Anstrengungsasthma kommt es immer dann zu einer Verengung der Bronchien, wenn körperliche Anstrengung und bestimmte Risikofaktoren, wie z.B. kalte Luft, zusammentreffen. Anstrengungsasthma ist unter anderem bei bestimmten Leistungssportarten ein bekanntes Problem. Betroffen sind vor allem Schwimmer und Athleten, die Kältesportarten, wie z.B. Biathlon, Skilanglauf, Eishockey und Nordische Kombination betreiben - im Eisschnelllauf ist Anni Friesinger ein berühmtes Beispiel.

Als Auslöser für Anstrengungsasthma vermutet man bei den Kältesportarten zum einen eine Reizwirkung, die durch die kalte, trockene Luft in Verbindung mit einer durch die Anstrengung hohen Ventilation entsteht. Zum anderen findet man immer dann, wenn Eismaschinen eingesetzt werden, bestimmte Stickstoffverbindungen sowie Eispartikel in der Luft. In der Luft von Schwimmhallen wiederum treten gehäuft Chloridverbindungen auf. In beiden Fällen geht man davon aus, dass es sich um Risikofaktoren für Anstrengungsasthma handelt.      

Der allgemein übliche Test zur Diagnose von Anstrengungsasthma ist der Methacholintest, der über eine hohe Sensitivität, jedoch nur über eine geringe Spezifität verfügt, d.h. ab einer bestimmten Dosis reagieren auch gesunde Menschen mit einer Verengung der Bronchien. Tests auf dem "normalen" Laufband, mit dem die Anstrengung bei sportlichen Aktivitäten sehr gut simuliert werden kann, oder Feldtests liefern hingegen oft falsche Ergebnisse, weil der Risikofaktor "Kälte" fehlt.

Exaktere Testergebnisse liefert deshalb ein neuer Test in einer eigens hierfür entwickelten Kaltluftkammer. Dafür hat man ein Laufband in eine Art "überdimensionalen Kühlschrank" installiert und somit den Risikofaktor "Kälte" integriert. Die Kaltluftkammer sorgt so für eine wirklichkeitsnahe sichere Diagnose, unter standardisierten und wiederholbaren Untersuchungsbedingungen. Auch zum Testen neuer Therapiemöglichkeiten ist die Kaltluftkammer gut geeignet.

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