Allergieprävention Schwangerschaft

Dr. Imke Reese, Ernährungsberatung und -therapie, Schwerpunkt Allergologie, München

Allergieprävention in der Schwangerschaft und im Kleinkindalter

Wer selbst unter einer allergischen Erkrankung leidet, möchte seinem Nachwuchs ein Allergiker-Schickal gern ersparen. Bekannt ist, dass eine Allergiebereitschaft vererbbar ist. Doch auch Kinder ohne Allergierisiko, d. h. Kinder aus Familien, in denen keine allergischen Erkrankungen vorliegen, können eine Allergie entwickeln. In den letzten Jahren haben sich die Empfehlungen zur Allergieprävention dahingehend entwickelt, dass – bis auf wenige Ausnahmen – kein Unterschied mehr gemacht wird, ob ein Allergierisiko vorliegt oder nicht.

Mit der Umsetzung der Empfehlungen sinkt das Risiko des Nachwuchses, eine allergische Erkrankung zu entwickeln. Einen absoluten Schutz bietet selbst eine hundertprozentige Umsetzung aber nicht.

Toleranzentwicklung fördern

Während über Jahrzehnte darauf vertraut wurde, dass Allergien am besten vorgebeugt werden könne, wenn typische kleinkindliche Allergene möglichst lange gemieden werden, heißt die Devise heute „Toleranzentwicklung fördern“. Eine Abkehr von Meidung – der Fokus auf Auseinandersetzung! Die heutige Strategie zielt darauf ab, den jungen Organismus so zu stärken, dass er nicht auf den Irrweg der Allergie gelangt, sondern sich in Richtung Verträglichkeit, also Toleranz, entwickelt. Die Experten sind sich einig, dass das vor allem durch eine positive Auseinandersetzung mit der Umwelt erreicht werden kann.

Sinnvolle Maßnahmen in der Schwangerschaft

Einschneidende allergenarme Diäten für Mutter und Kind sind "out". Diese Entwicklung ist aus zweierlei Gründen sinnvoll: 1. bedeuten Diäten, die den Verzehr von Grundnahrungsmitteln einschränken bzw. verbieten, immer ein Risiko für Mutter und Kind im Hinblick auf eine ausreichende Versorgung und 2. können sie eine Allergieentwicklung nicht verhindern. Im Gegenteil - offenbar wird durch das gezielte Meiden von häufigen Allergenen die Allergiebereitschaft sogar noch gesteigert. Aus heutiger Sicht sollte die Mutter sich möglichst vielseitig ernähren. Frisch zubereitete Speisen aus Gemüse, Olivenöl, Fleisch/Fisch, Hülsenfrüchten und Nüssen (soweit verträglich) sowie vollfette Milchprodukte und Obst stellen eine gute Basis für eine hochwertige Ernährung dar, die Mutter und Kind mit allem versorgt, was beide an Nährstoffen benötigen und aus allergiepräventiver Sicht sinnvoll ist.

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