Düsseldorfer Allergietage 2014

Düsseldorfer Allergietage 2014

Düsseldorfer Allergietage 2014: Allergien nehmen zu – neue Therapieoptionen!

Nahrungsmittelintoleranzen – Enzymmangel und Transporterdefekt sind die Auslöser

Zu den Nahrungsmittelintoleranzen gehören u.a. die Laktoseintoleranz und die Fruktosemalabsorption. Diese Intoleranzen werden zum einen durch einen Mangel an Enzymen, die den entsprechenden Stoff verarbeiten sollten, ausgelöst. So fehlt bei einer Laktoseintoleranz das Enzym und die Laktose gelangt deshalb unverarbeitet in den Dickdarm, wird dort von Bakterien zersetzt und es kann zu Symptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfällen etc. kommen. Auch bei der Histaminintoleranz, von der etwa 1 Prozent der deutschen Bevölkerung, vornehmlich Frauen, betroffen ist und der Sacharoseintoleranz, handelt es sich um Unverträglichkeiten, die durch einen Enzymmangel ausgelöst werden. Bei der Histaminintoleranz kann es, zusätzlich zu Magen-Darm-Beschwerden,  unter anderem auch zu Juckreiz, Rötungen und Hitzegefühl kommen.

Es gibt aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die durch einen Transporterdefekt ausgelöst werden – dies ist z.B. bei der der Fruktosemalabsorption und der Sorbitintoleranz der Fall. Die zu verarbeitenden Stoffe können dann nicht in ausreichendem Maße vom Dünndarm ins Blut weitertransportiert werden und verbleiben im Darm, wo dann ebenfalls Bakterien für die typischen Magen-Darm-Beschwerden sorgen können. Die Fruktosemalabsorption ist wesentlich weiter verbreitet als andere Intoleranzen, 30 Prozent der Deutschen sind betroffen, z.T. ohne dies jemals zu bemerken. Oft leiden Menschen mit einer Laktoseintoleranz gleichzeitig an einer Fruktosemalabsorption, dies ist bei 60 Prozent der Patienten der Fall.

Sowohl die Fruktosemalabsorption als auch die Laktoseintoleranz werden mit Hilfe eines H2 Atemtests nachgewiesen und die Therapie besteht in beiden Fällen in der Meidung der unverträglichen Nahrungsmittel.

Pseudoallergien – keine Allergie, aber die Symptome ähneln sich

Zu den Pseudoallergien, bei denen es zu einer unspezifischen Aktivierung von Mastzellen, d.h. ohne das Vorhandensein von IgE-Antikörpern kommt,  gehört die Salicylate-Unverträglichkeit, auch ASS-Unverträglichkeits-Syndrom genannt. Hierbei lösen Salicylate aus Medikamenten oder Nahrungsmitteln allergieähnliche Symptome aus.

Auch Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Konservierungsstoffe oder biogene Amine etc. können Symptome auslösen. In diesem Zusammenhang ist auch die Glutamatintoleranz, auch China-Restaurant-Syndrom genannt, zu erwähnen. Bei der Glutamatintoleranz kann es, ausgelöst durch den Geschmacksverstärker Glutamat, ebenfalls zu allergieähnlichen Symptomen kommen, die denen der Histaminintoleranz ähneln.

Fazit der Düsseldorfer Allergietage 2014

Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Informationsbedarf zum Thema Allergien und Nahrungsmittelintoleranzen groß ist. Insbesondere die Experten-Fragerunde, bei der die Zuhörer Ihre Fragen schriftlich oder direkt vorbringen konnten, aber auch die Möglichkeit, sich an den Ausstellungsständen über Therapiemöglichkeiten zu informieren, wurden sehr intensiv genutzt. Dabei wurde offensichtlich, dass die Patienten nicht über aller Therapiemöglichkeiten, z.B. die Spezifische Immuntherapie, ausreichend informiert sind.  "Ein Grund für uns, diese Veranstaltung auch in Zukunft fortzuführen" so Prof. Homey.

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