Düsseldorfer Allergietage 2014

Düsseldorfer Allergietage 2014

Düsseldorfer Allergietage 2014: Allergien nehmen zu – neue Therapieoptionen!

Echte Nahrungsmittelallergien - die Diagnose entscheidet

Zur Diagnose einer Nahrungsmittelallergie wird zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch geführt und in manchen Fällen wird der Patient darum gebeten, ein Ernährungs-und Symptomtagebuch zu führen. Beide Maßnahmen geben in der Regel deutliche Hinweise auf ein potenzielles Allergen.

Zur weiteren Diagnose stehen diverse Tests zur Verfügung, z.B. der Prick-Test, der Prick-to-Prick-Test oder die Bestimmung der Antikörper im Blut. Besteht ein konkreter Allergenverdacht kann auch eine Auslassdiät mit anschließendem oralen Provokationstest sinnvoll sein. Darüber hinaus ist es möglich, ein individuelles Allergieprofil auf Basis von 112 Allergenen zu erstellen, ein Verfahren, das nur in wenigen spezialisierten Zentren angeboten wird.

Wichtig zu wissen ist: Auch wenn einer der genannten Allergietests "positiv" ist, ist dieses Ergebnis irrelevant, wenn keine entsprechenden Symptome vorhanden sind. "Ein Allergietest zeigt lediglich eine Sensibilisierung an, d.h. die Bereitschaft, eine Allergie zu entwickeln. Diese Bereitschaft muss sich jedoch nicht zwangsläufig in einer Allergie manifestieren" so Prof. Dr. Martin Wagenmann, Stv. Sprecher des UniversitätsAllergieZentrums Düsseldorf, der in diesem Zusammenhang auch ausdrücklich vor den nicht aussagefähigen IgG-Tests warnt, die z.T. im Internet vertrieben werden.  

Wie behandelt man echte Nahrungsmittelallergien?

Die Therapie bei Nahrungsmittelallergien besteht in erster Linie aus dem Meiden des betreffenden Allergens, wobei eine professionelle Ernährungsberatung sehr hilfreich sein kann.

Kommt es aufgrund einer Allergie auf Aeroallergene zu oralen Allergiesyndromen, kann eine Allergieimpfung, d.h. eine Spezifische Immuntherapie gegen das relevante Allergen eine sehr gute Wirkung zeigen.

Bei schwerwiegenden Symptomen ist ein Notfallset unabdingbar, bestehend aus einem Antihistaminikum, einer Kortisonlösung und einem Adrenalin-Pen. Wichtig ist, dass Antihistaminikum und Kortison in flüssiger Form vorhanden sind, damit die Medikation auch bei eventuellen Schwellungen im Rachen- oder Mundbereich eingenommen werden kann.

Nicht IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien - was ist das?

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die nicht zu den echten Nahrungsmittelallergien gehören, deren Symptome jedoch allergischen Symptomen durchaus ähneln können. Dazu gehört die Zöliakie, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem unverträglich auf Gluten reagiert und von der 1 Prozent der Bevölkerung Deutschlands betroffen sind, wovon aber nur 10 bis 20 Prozent das Vollbild der Erkrankung ausbilden. Die Zöliakie geht häufig mit anderen Autoimmunerkrankungen wie z.B. Diabetes, Hashimoto oder Morbus Basedow einher.  Die Diagnose erfolgt über eine Dünndarmbiopsie und ein lebenslanger Verzicht auf Gluten ist die Konsequenz.

Weniger bekannt in diesem Zusammenhang ist die Nickelallergie, die eigentlich zu den Kontaktallergien gehört. Da Nickel jedoch auch in sehr vielen Lebensmitteln, z.B. in Hülsenfrüchten wie Bohnen, Erbsen und Linsen vorkommt, kann deren Verzehr ebenfalls zu Ekzemen der Haut führen. Eine nickelarme Diät ist dann angeraten.

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