Düsseldorfer Allergietage 2014

Düsseldorfer Allergietage 2014

Düsseldorfer Allergietage 2014: Allergien nehmen zu – neue Therapieoptionen!

Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Nahrungsmittelallergie – was ist der Unterschied?

Bei den nicht toxischen Reaktionen unterscheidet man zwischen immunologisch bedingten, IgE-vermittelten Unverträglichkeiten, d.h. echten Allergien und den nicht immunologisch bedingten Nahrungsmittelunverträglichkeiten, d.h. den Intoleranzen. Während die Nahrungsmittelintoleranzen weitaus häufiger auftreten als die Nahrungsmittelallergien, kann es bei den Allergien zu deutlich schwerwiegenderen Symptomen kommen, so Dr. Theresa Jansen, Hautklinik, Universitätsklinikum Düsseldorf. Milch und Ei sind die häufigsten Nahrungsmittelallergene, gefolgt von Nüssen und Soja.

Mögliche Symptome bei einer echten, IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergie sind:

•    Angioödeme, d.h. Schleimhautschwellungen im Bereich von Mund, Zunge, Rachen und Nase
•    Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle
•    Asthma, d.h. Verengung der Bronchien
•    Urtikaria, d.h. Nesselsucht, mit Juckreiz
•    Verschlechterung einer bestehenden Neurodermitis
•    Anaphylaktischer Schock, eine allergische Reaktion, die bis zum Herz-Kreislauf-Versagen führen kann

Während Erwachsene seltener an echten, IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien leiden, 1 bis 2 Prozent der erwachsenen Deutschen sind davon betroffen, treten sie bei Säuglingen und Kleinkindern häufiger auf – hier sind es 4 bis 8 Prozent der Kinder. Allerdings bildet sich die Nahrungsmittelallergie bei Kindern in 80 Prozent der Fälle bis zum Schuleintrittsalter wieder zurück.

Ein Sonderfall der Nahrungsmittelallergie bei Erwachsenen ist die WDEIA, eine weizenabhängige anstrengungsinduzierte Anaphylaxie. Hier kann es immer dann zu anaphylaktischen Reaktionen kommen, wenn der Verzehr von weizenhaltigen Produkten zeitlich mit bestimmten Faktoren, wie z.B. körperlicher Anstrengung, einhergeht.

Echte Nahrungsmittelallergien bei Erwachsenen – oft steckt eine Kreuzallergie dahinter

Sind Erwachsene von echten Nahrungsmittelallergien betroffen, steckt oft eine Kreuzallergie dahinter. In diesen Fällen führt eine bestehende Allergie dazu, dass es nach Genuss von Nahrungsmitteln, die ähnlich strukturierte Allergene enthalten, zu allergischen Symptomen kommt - es kann dann z.B. zu Schwellungen im Mundbereich, Taubheitsgefühl, Kribbeln etc. kommen.

Das kann z.B. bei einer Allergische Rhinitis der Fall sein, wenn z.B. ein Pollenallergiker, der auf Birkenpollen, Gräser oder Beifuß allergisch reagiert, mit einem Oralen Allergiesyndrom auf ein ähnliches Allergen in Äpfeln, Steinobst, Karotten oder Sellerie reagieren. Hausstaubmilbenallergiker zeigen hingegen häufig Kreuzreaktivitäten bei Schalentieren wie Krabben, Garnelen und Muscheln und bei Menschen mit einer Latexallergie kann es zu Kreuzreaktivitäten auf Banane, Walnuss  und Kiwi kommen.

Zu Kreuzreaktivitäten kann es jedoch auch kommen, wenn z.B. ein Erdnussallergiker mit Soja in Berührung kommt. Beide Nahrungsmittel gehören zu den Hülsenfrüchten und enthalten dementsprechend ähnliche Allergene. Insbesondere bei anstehenden Operationen ist dies relevant, denn Soja wird auch in bestimmten Narkosemitteln eingesetzt und Erdnussallergiker sollten ihren Anästhesisten entsprechend informieren.

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