Bioaerosole

Frau Prof. Dr. Caroline Herr, Präsidentin der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) und Leiterin des Sachgebiets Arbeits- und Umweltmedizin, -epidemiologie am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in München

Bioaerosole: Was ist das? Wo entstehen sie? Der Einfluss auf Allergien!

Unter bestimmten Umständen können Mikroorganismen in Bioaerosolen die Gesundheit gefährden und werden z.B. mit Allergien in Zusammenhang gebracht. Eine große Rolle spielt dabei allerdings, wo und in welchen Konzentrationen die Mikroorganismen entstehen. MeinAllergiePortal sprach mit Frau Prof. Dr. Caroline Herr, Präsidentin der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) und Leiterin des Sachgebiets Arbeits- und Umweltmedizin, -epidemiologie am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in München über die Risiken.

Frau Prof. Herr, was genau versteht man unter Bioaerosolimmissionen?

Man muss grundsätzlich unterscheiden zwischen Immissionen und Emissionen. Unter Immissionen versteht man alles, was aus der Umwelt des Menschen über die Luft auf ihn einwirkt. Emissionen hingegen sind Stoffe, die über die Luft aus Anlagen oder aus natürlichen Quellen ausgetragen werden. "Bioaerosole" sind Luftschadstoffe, die aus biologischen Partikeln bestehen und mit Bakterien, Schimmelpilzen und/oder deren Derivaten, d.h. deren Stoffwechselprodukten, belastet sind.

Wo und wie entstehen Bioaerosole bzw. Bioaerosolemissionen?

Bioaerosolemissionen entstehen auf natürliche Weise auf der ganzen Welt und nicht nur anthropogen, d.h. durch den Menschen verursacht. Messungen haben gezeigt, dass, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, überall in der Umwelt Bakterien und Pilze in der Luft vorhanden sind.  

Es gibt jedoch auch Bioaerosolemissionen, die durch menschliche Aktivitäten entstehen, insbesondere in entsprechenden Anlagen. Potenzielle Quellen für Bioaerosolemissionen können z.B. Abfallanlagen und Anlagen im Bereich Wertstoffrecycling sein. Dazu gehören z.B. offene Kompostierungsanlagen, Sortierungsanlagen und die dazugehörenden offenen Lagerstätten z.B. für Papier oder Styropor, das geschreddert bzw. wiederverwertet werden soll. Auch die großen Tierhaltungsbetriebe und Nahrungsmittelhersteller können Quellen für Bioaerosole sein.

Gehören auch Biogasanlagen zu den Emittenten von Bioaerosolen?

Nein, bei Biogasanlagen sind, wenn sie vorschriftsmäßig funktionieren, keine schädlichen Bioaerosolemissionen zu erwarten – hier werden potenziell krankheitserregende Mikroorganismen  abgetötet.

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