Bedeutung einer Riechstörung

Assoc.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Christian Müller, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten an der Medizinischen Universität Wien

Was bedeutet es, wenn man eine Riechstörung hat?

Die postinfektiöse Riechstörung muss jedoch nicht bleibend sein. Grundsätzlich regenerieren sich die Riechnerven ausgehend von den Basalzellen in der Riechschleimhaut permanent und stellen die Verbindung zum Riechkolben erneut her, d.h. sie verschalten sich erneut. Sind jedoch die Basalzellen ebenfalls zerstört, ist ein Nachwachsen nicht mehr möglich.

Die dritte Variante, die in unserer Ambulanz recht häufig vorkommt, ist die posttraumatische Riechstörung. Bei der posttraumatischen Riechstörung wurden die Riechfäden, die sich zwischen Riechschleimhaut und Riechkolben befinden, gezerrt oder durchtrennt. Dies kann durch Unfälle, bei denen das Siebbein verletzt wurde, verursacht worden sein und dann ist eine Weiterleitung der Duftstoffe nicht mehr möglich.

Mögliche Ursachen für die posttraumatischen Riechstörungen können jedoch auch Blutungen im Gehirn oder Gehirnerschütterungen sein, die das Zentrum im Gehirn schädigen, das an der Verarbeitung von Geruchsinformationen beteiligt ist. Der klassische Unfall ist ein Schädel-Hirn-Trauma, bei dem man mit dem Hinterkopf aufschlägt und bei dem es zu einer Art "Herumschwanken" des Gehirns kommt. Dies kann zu Verletzungen und schlimmstenfalls zur Durchtrennung der Riechfäden führen oder auch zu Vernarbungen im Bereich des Siebbeindaches.

Eine weitere mögliche Ursache für Riechstörungen sind Gehirntumoren, die die Riechfasern im Gehirn "abdrücken" und so eine Schädigung des Riechvermögens auslösen können. Seltenere Formen der Riechstörung sind medikamentöse, toxisch bedingte und angeborene Riechstörungen.

Bei welchen Allergien kann es zu Riechstörungen kommen?

Es kann bei allen Formen der Allergischen Rhinitis zu Riechstörungen kommen, d.h. beim Heuschnupfen, bzw. der Pollenallergie, der Hausstaubmilbenallergie, der Allergie auf Schimmelpilze und der Allergie auf Tierhaare.  

Bei der Allergie spielen zwei Arten von Riechstörungen eine Rolle, die konduktive Riechstörung und die sensori-neurale Riechstörung. Durch die Schleimhautschwellung kommt es zum einen zu einer verminderten Zuleitung der Duftstoffe. Zum anderen spielt die allergische Entzündung auch in der Riechschleimhaut selbst eine Rolle, denn durch die entzündlichen Prozesse kommt es zur Schädigung der Riechschleimhaut.

Bei Patienten, die unter einer Pollenallergie leiden, kann es sein, dass während der Pollensaison deutliche Reichstörungen auftreten, die außerhalb der Pollensaison weniger stark ausgeprägt sind. Bei den ganzjährigen Allergien, wie z.B. der Hausstaubmilbenallergie, treten die Beschwerden eher über das ganze Jahr verteilt auf.

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